Lara Gut - aus dem Skistar wird eine Marke

Lara Gut - aus dem Skistar wird eine Marke

Von Richard Hegglin

Der Name ist Programm: Gut, Lara Gut oder webkonform 'laragut.ch.' Der Tessiner Skistar meldet sich für den Winter bereit - auch als Marke mit schwungvollem grünen Logo "lg".

Die feudale 'Villa Sassa' in Lugano, eine Luxusresidenz für höchste Ansprüche (Einzelzimmerpreis 350 Franken plus Fr. 3.15 Kurtaxe), hätte für die Präsentation von Lara Guts kommunikativer Veredelung nicht besser gewählt sein können. Dabei war die Nobelherberge am Morgen noch eine Folterkammer.

Lara absolvierte zusammen mit ihrem Schlauchmeister Patrick Flaction die letzte Lektion eines siebenwöchigen Konditionskurses, nach dem sie mit gutem Gewissen sagen kann: "Ich bin wieder so gut in Form wie früher - mindestens. Die Hüftverletzung ist vollständig ausgeheilt." Wegen einer Luxation nach einem schweren Sturz im September 2009 in Saas-Fee erlebte sie die medaillenlose Olympiade des Schweizer Frauenteams nur aus der Ferne. In diesem Winter mit der WM in Garmisch-Partenkirchen kann definitiv wieder mit ihr gerechnet werden: "Ich bin nicht mehr behindert. Gründe für Entschuldigungen gäbe es keine. Alles ist wieder möglich."
 

Öffentliche und private Aspekte trennen

Optisch präsentiert sich Lara Gut von ihrer schönsten Seite, strahlend, scherzend, lachend. Man fragte sich beinahe, was an dieser Tessiner Bellezza veredelt werden soll, ohne etwas zu verschlimmbessern. Die Antwort gibt Nicolas Peter vom renommierten Lausanner Strategie- und Kommunikationsunternehmens 'moser design': "Lara ist eine Marke, kein Produkt. Wir wollen diese Markenidentität entwickeln und die öffentlichen und privaten Aspekte trennen, auch zum Schutz der 19-jährigen Lara."

Lara, wegen ihrer unkonventionellen Art medial auch schon mal als Zicke apostrophiert, lässt sich aber auf keinen Fall in eine Schablone pressen: "Ich will Athletin bleiben und Erfolge haben und lasse mich bestimmt nicht verbiegen. Ich rede weiter so, wie ich es immer getan habe und werde so bleiben wie ich bin - auch in fünf Jahren noch."
 

Wie Carlo Janka bei Rolex

Erstes äusseres Zeichen der "Marke Gut" sind die Logos, die künftig auf T-Shirts, Fanmützen und dem Auto prangen werden. Komplett neu gestaltet ist ihre Webseite, die seit dieser Woche aufgeschaltet ist, 'laragut.ch' für sie persönlich mit einem eigenen Blog sowie "teamgut.ch" wie bisher für das Familienunternehmen. Auch administrativ hat sich was getan. Neu ist IMG für die Vermarktung zuständig, womit Lara Gut sich in der prominenten Gesellschaft von Roger Federer und Fabian Cancellara befindet. Mit ihrem neuen Sponsor Rolex sitzt sie ohnehin schon im gleichen Boot wie Roger Federer (und Carlo Janka). "Eine grosse Ehre für mich" sagt sie.

Diese Aufgabenteilung drängte sich auf, weil Pauli Gut sich künftig intensiver mit Gut II, dem 15-jährigen Jan, beschäftigt, über den der Vater sagt: "Er besitzt genau so viel Talent wie Lara." Temporär wird wiederum Karl Frehsner das Gut-Team unterstützen und sich im August beim Schneetraining in Saas-Fee und Zermatt um Lara kümmern. Im Gegensatz zu den übrigen Mitgliedern der Nationalmannschaft verzichtet Lara auf das Camp in Neuseeland: "Ich fühle mich wohler in Saas-Fee - auch wegen der Nähe zu Bern, was sich im letzten Jahr nach meinem Unfall ja bewährt hat..."

Mit der Rückkehr von Mauro Pini bekommt Lara Gut einen Cheftrainer, der sie von Kindsbeinen an kennt. Mauro Pini und Pauli Gut sind Jugendfreunde. Pini absolvierte bei Laras Grossvater in Airolo einst eine Schreinerlehre. Er kennt das Holz, aus dem Champions geschnitzt sind.    



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Veröffentlicht Teilen Archiv
20:34:10 14.07.2010   Archiv




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