Hans Pum wird zum starken Mann im ÖSV
APA. Hans Pum, der langjährige Alpinchef des Österreichischen Schiverbandes, ist eine Stufe in der ÖSV-Karriereleiter höher geklettert und zum Sportdirektor für alle Sparten ernannt worden.
Der Österreichische Skiverband (ÖSV) schafft das Spartendenken ab, baut künftig auf engere Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Lagern und will auch stärker im Bereich der Forschung tätig werden, um sich wieder Vorteile und verlorenes Terrain zurückzuerobern. Hans Pum, der langjährige Alpinchef, wurde deshalb zum Sportdirektor für alle Sparten ernannt und Toni Giger, der elf Jahre lang Herren-Cheftrainer war, zum Leiter der Abteilung "Entwicklung, Forschung und Innovation" bestellt.
Die Neustrukturierung kostet dem in Innsbruck angesiedelten ÖSV 1,5 bis 2 Millionen Euro (Gesamtbudget des Verbandes ca. 40 Millionen Euro) und inkludiert auch das "Projekt Schladming". In der Steiermark finden 2013 die Alpinen Schi-Weltmeisterschaften statt, bei denen auch die zuletzt bei Olympia in Kanada so arg gebeutelten alpinen Schiherren wieder ganz oben an der Spitze stehen sollen - eine besondere Herzensangelegenheit von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel.
Neuordnung war nötig
Dieser hielt in der Pressekonferenz am Freitag in Wien ausdrücklich fest, dass es sich bei der neuen Funktion von Pum "um keinen Versorgungsposten", handle, sondern dass die "ganze Struktur im Verband nicht mehr gestimmt habe", und eine Neuordnung dringend notwendig gewesen sei. Es habe "so viele Lager gegeben", das wolle man nicht mehr. "Wir wollen zusammenarbeiten, wir wollen ein Team. Und das war es nicht mehr. Es war die eine Partie froh, wenn die andere nicht gewonnen hat, wenn man selbst nicht gewonnen hat." Das müsse man alles wieder abstellen, sprach Schröcksnadel ein Machtwort. "Hier ein Kompromiss, dort ein Kompromiss, damit haben wir jetzt aufgehört. Wir fangen neu an, als ob wir ganz unten wären. Das sind wir nicht, wir sind noch Erster, aber wir sind so knapp dran am Zweiter werden."
Gemäss dem neuen Verbandslogan "Als Team gemeinsam zum Erfolg" soll der bald 56-jährige Pum Synergien zwischen den Lagern der Alpinen (mit den Rennsportleitern Mathias Berthold/Herren und Herbert Mandl/Damen), den Springern und Nordischen Kombinierern (Ernst Vettori), den Biathleten und Langläufern (Markus Gandler), den Snowboardern (Christian Galler), den Schi-Crossern (Sabine Wittner) sowie den weiteren Bereichen herstellen. Alle Sparten, so Schröcksnadel, seien eine Ebene, und darüber gäbe es einen Chef - Hans Pum.
Der Oberösterreicher Pum, der 1977 zum ÖSV kam und in dessen Ära als Alpinchef 100 klassische und 4 Skicross-Medaillen errungen wurden, freut sich auf eine "Riesenherausforderung" und "spannende Aufgabe". "Ich habe gespürt, dass da sehr viel drinnen steckt, dass man sehr viel bewegen kann. Wir müssen Wissen und Kraft bündeln, dass man Synergien erzielt", erläuterte Pum, der "Ansprechpartner für alle" sein will. Erfolgsrezepte aus einzelnen Bereichen wie zum Beispiel die speziellen Entspannungsübungen der Springer oder Konzentrationsübungen der Biathleten sollen auch auf andere übertragen werden. "Es kann kein Spartendenken mehr geben."
Ideale Besetzung
Giger, für Schröcksnadel ob dessen immer schon praktizierter und von ihm beobachteter Tüftelei auf dem Materialsektor eine ideale Besetzung für die neue Abteilung, hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er weiterhin in Österreich arbeiten will. Von Berthold nach Ende der abgelaufenen Saison an der Spitze der Herren als Rennsportleiter abgelöst, machte "den Schritt heraus aus dem Tagesgeschäft". In seiner neuen Tätigkeit könne er jene Projekte, die im Sommer in Angriff genommen werden, konsequent das ganze Jahr hindurch verfolgen - dafür sei zuletzt kaum Zeit gewesen. "Für mich gilt, den Bogen der kreativen wissenschaftlichen Seite bis hin zum Renneinsatz zu spannen."
"Denn", stellte Giger klar, "wir sind nicht schlechter als andere, aber wir haben nirgends mehr einen Vorteil. Und wir wünschen uns, dass wir uns wieder Vorteile gemeinsam herausarbeiten." Der ÖSV hat, gestand auch Schröcksnadel ein, auf dem Materialsektor Terrain verloren, und "Bindungsdiskussionen wie in Whistler" wolle er keine mehr haben. Das Team von Giger umfasst 35 bis 40 Mitarbeiter (von Wissenschaft bis Serviceleute), das Kompetenzzentrum in Bramberg bei Neukirchen/Grossvenediger wurde eingegliedert in Gigers Arbeitsbereich und soll intensiver genützt werden. Der ÖSV hat 339 Athleten in seinen Kadern, die von 165 Trainern betreut werden.
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| 14:52:40 25.06.2010 | Archiv |
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