Carlo Janka versteigerte seine liebsten Erinnerung für Hilfswerk in Brasilien
Weltmeister, Olympiasieger, Gewinner des Gesamtweltcups: Carlo Janka steht auf der Sonnenseite im Leben. Aber der Sportler aus Obersaxen vergisst nicht, dass es auch Arme und Hilfebedürftige auf dieser Welt gibt. Zum Beispiel in Caruaru im nordöstlichen Teil von Brasilien, wohin Tausende Sklaven geflüchtet sind und ums Überleben kämpfen.
Für diese Menschen hat Janka bei einer Charity zahlreiche persönliche Utensilien versteigert – vom Olympiahelm, Startnummern, Ski bis zu Bildern und Kleidern.
|
Die Auktion wurde auf der modernen Panta Rhei auf dem Zürichsee durchgeführt, eingeladen waren hochkarätige Wirtschaftsführer und Sportfreunde. Janka lancierte die von Tanja Gutmann charmant geleitete Versteigerung mit einem Steilpass: „Ich habe in den beiden letzten Winter gut verdient“, sagte der Skistar offen, „deshalb spende ich gleich einmal die 10'000 Franken, die ich als Bündner Sporter des Jahres erhalten habe.“
Die bestens gelaunten Gäste nahmen den Steilpass auf und verwandelten ihn dank grosszügigen Ersteigerungen in einen Volltreffer von stolzen 73'000 Franken. Das entlockte Carlo Janka einen Satz, den er nach einem Sieg auf der Skipiste noch nie gesagt hat: „Ich bin ganz einfach überwältigt!“
Am meisten geboten wurde für eine Special Edition von Atomics Doppeldecker-Ski, an dessen Entwicklung Janka massgeblich beteiligt war: 10'000 Franken. Ein Skitag mit dem sympathischen Sportler war 7500 Franken wert, ebenso die Startnummer, die Carlo bei der Ehrung zum Gewinner des Gesamtweltcups trug.
Das Geld wird vor allem für den Bau von Biogas-Anlagen verwendet. Eine solche kostet 4000 Franken – inklusive dreier Kühe, die es braucht, um den dazu nötigen Mist zu liefern.
Carlo Janka: „Zuoberst auf dem Siegerpodest bin ich alleine gestanden. Aber hinter mir, unsichtbar, waren zahlreiche Helfer, die meine Erfolge erst möglich gemacht haben. Ohne Hilfe sind wir alle hilflos. Deshalb unterstütze ich jetzt mit dieser Auktion gerne Menschen, die Hilfe nicht für Siege und Ruhm nötig haben, sondern ganz einfach zum Überleben.“
Carlo Janka zeigte sich an diesem Abend locker und gesprächig und unterhielt sich mit dem Publikum glänzend. Sogar Bruno Kernen, immerhin Weltmeister, Olympia- und WM-Medaillengewinner, wollte von Jänks wissen, wie er so konstant starke Leistungen zeigen könne. „Das ist mir nie gelungen“, sagte Kernen, „nach guten Rennen habe ich jeweils beim nächsten Start versucht, wieder alles gleich zu machen – gleiches Müesli zum Zmorge, gleiche Unterhosen, gleiche Socken. Genützt hat es nicht. Wie machst du das, Carlo?“ Dieser Antwortete in seiner coolen Art: „Ich wechsle die Socken!“ Kernen: „Wenn ich das gewusst hätte...“
| Kalender und Resultate | Alles über die Schweizer Athleten |
| Veröffentlicht | Teilen | Archiv | |
|---|---|---|---|
| 08:51:57 14.06.2010 | Archiv |
Zurück











