Daniel Albrecht: Vorfahrer als Hauptprobe für den nächsten Weltcup
Von Mario Rall
Daniel Albrecht ist in den Weltcup zurück gekehrt. Am Donnerstag Nachmittag ist der am 22. Januar 2009 schwer gestürzte Walliser im Schweizer Teamhotel in Partenkirchen eingetroffen und wird am Freitag als Vorfahrer den Riesenslalom bestreiten.
Albrecht war die Tage davor mit den Schweizer Slalomfahrern in Oberjoch beim Trainieren gewesen. Jetzt ist er wieder da und empfindet, dass für ihn eigentlich alles wieder neu sei. Nichts von zurückkehren in eine altgewohnte Stube.
„Einerseits kann ich es ganz locker nehmen“, sagt Dani, „als Vorfahrer habe ich ja keinen Druck und muss nichts beweisen. Auf der anderen Seite bin ich schon gespannt, wie ich mit dem ganzen Rummel umgehen werde. Es ist ja das erste Mal, dass ich viele Rennfahrer jetzt wieder zum ersten Mal sehe und dass mich im Ziel wahrscheinlich die Medien in Beschlag nehmen werden. Aber mir ist es lieber, ich kann das jetzt alles bewältigen, als im nächsten Oktober in Sölden.“
Er sagt das ohne Ironie und Schalk. Für Dani ist klar, dass er nächsten Winter ab dem Gletscher-Auftakt in Sölden wieder dabei sein wird.
Er weiss aber auch, dass noch nicht alles so sitzt, wie es einmal war. „Aber“, sagt er, „ich brauche diese Fahrten als Vorfahrer nicht, um zu wissen, wie schnell ich bin. Das kann ich nämlich ziemlich gut abschätzen. Und damit kein Run auf die von mir erzielten Laufzeiten losgeht, werde ich mogeln und schauen, dass gestoppte Zeiten wertlos sind. Hinterher werde ich mir am Video schon einzelne Abschnitte herausstoppen und mit den anderen Fahrern vergleichen…“
Es ist für Daniel Albrecht auch ganz speziell, dass er gerade jetzt wieder in den Zirkus zurückkehrt, wo sein Freund Carlo Janka den Gesamtweltcup gewinnen kann. „Ich freute mich riesig über seine Goldmedaille an Olympia“, erzählt Albright, „und es freut mich sehr, dass er jetzt noch im Rennen ist um den Weltcup. Aber es ist auch eigenartig, wenn man plötzlich seinen Kumpel am Fernsehen sieht, der genau das macht, genau das erreicht, das ich mir ja einst selber vorgenommen hatte.“ In solchen Momenten quält ihn dann auch die immer wiederkehrende Frage: "Warum hat mir das passieren müssen?"
Janka gewinnt Rennen, Janka wird Olympiasieger, Janka Leader im Weltcup – Daniel Albrecht muss sich manchmal schütteln und fragt sich, „ist das wirklich wahr, oder habe ich einfach den Kopf ein bisschen hart angeschlagen und Träume das nur alles.“ Jetzt kann er lachen.
Nach der Ankunft im Hotel zog es Albrecht in den Fitnessraum zum Konditraining. Verschwitzt kommt er dann daher. Und zur gleichen Zeit verlässt der eben zurückgetretene Marco Büchel in „zivil“ das Hotel und ruft, „gut muss ich mir den Kraftraum nicht mehr antun.“
| Kalender und Resultate | Alles über die Schweizer Athleten |
| Veröffentlicht | Teilen | Archiv | |
|---|---|---|---|
| 17:49:39 11.03.2010 | Archiv |
Zurück











Olympiasieger 



