Nach 18 Jahren ist die Schweiz wieder Abfahrtsnation Nummer 1
Von Philipp Bärtsch
(Si) Die Schweizer Abfahrer haben in diesem Winter eine 17-jährige Vorherrschaft der Österreicher eindrücklich beendet und sind erstmals seit 1992 wieder die Nummer 1.
1992 gewann mit Paul Accola nicht nur letztmals ein Schweizer den Gesamtweltcup, sondern sammelten die Schweizer Abfahrer auch letztmals mehr Weltcup-Punkte als ihre Rivalen aus Österreich. Angeführt von Franz Heinzer, der in der Königsdisziplin die zweite von drei Kristallkugeln in Serie holte, errangen die Schweizer in 9 Weltcup-Abfahrten 7 Siege und 5 weitere Podestplätze. Die SSV-Equipe hatte am Ende sagenhafte 2128 Abfahrtspunkte auf der Habenseite, 281 mehr als die Österreicher. Der grosse Wermutstropfen: In der Olympia-Abfahrt erlebten die Schweizer ein Debakel und gewannen die grossen Rivalen Gold (Patrick Ortlieb) und Bronze (Günther Mader).
Gemessen an Weltcup-Punkten war in der Folge 17 Mal Österreich die Abfahrtsnation Nummer 1 -- mit Hermann Maier als grösster Figur dieser Epoche. Die Schweizer erreichten dagegen nur noch in der Saison 1992/1993 eine zweistellige Anzahl Podestplätze (und mehr Siege als die Österreicher). Mit dem Erfolg von Carlo Janka und dem 3. Platz von Patrick Küng ging nun in Garmisch eine Abfahrtssaison zu Ende, die an die Schweizer Glanzzeiten erinnerte: 8 Rennen, 6 Siege, 5 weitere Podestplätze, 1642 Weltcup-Punkte. Didier Cuche und Janka gewannen je drei Rennen, teilten die grössten Klassiker Kitzbühel und Wengen untereinander auf und belegten im Disziplinen-Weltcup die Ränge 1 und 2. Mit Didier Défago wurde ausserdem ein Schweizer Olympiasieger.
Österreich dagegen gewann erstmals seit besagtem Winter 1991/1992 keine Weltcup-Abfahrt. Mario Scheiber scheiterte in Garmisch nur um 2 Hundertstel. Unter dem Strich fuhren die ÖSV-Cracks nur 982 Punkte ein -- 660 weniger als die Schweizer. Der Verlust des Nummer-1-Status hatte sich schon im letzten Winter angedeutet, als Österreich mit 1296 zu 1219 Punkten nur knapp die Oberhand behalten hatte. Über alle Disziplinen gesehen droht der immer noch führenden Skination frühestens im nächsten Winter Gefahr vom Männer-Team aus dem Nachbarland. Drei Rennen vor Schluss liegen die Österreicher mit 4921 zu 4032 Punkten uneinholbar voraus.
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| 15:20:25 10.03.2010 | Archiv |
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