DAS Duell: "Gesetz der Serie" spricht für Janka

Von Richard Hegglin
   
Nach dem "Gesetz" der Serie müsste der Gesamtsieger im Weltcup 2009/10 Carlo Janka heissen. Sein Gegenspieler Benjamin Raich, der vier Rennen vor Schluss mit 46 Punkten Vorsprung führt, verlor bisher jedes direkte Final-Duell!

Raichs Einfädler vor einem Jahr in Are.Raichs Einfädler vor einem Jahr in Are.
Obwohl Raich nicht als nervenschwach gilt, bekam er trotzdem jedesmal weiche Knie, wenn im Final ein Kampf Mann gegen Mann entstand. Zweimal unterlag er Bode Miller, zweimal verlor er die "Nervenschlacht" gegen Aksel Svindal im allerletzten Rennen. Als er 2006 das einzige Mal die grosse Kristallkugel eoberte, stand sein Sieg schon vor dem Final fest. Chronologie von Raichs vier Niederlagen - und dem noch offenen Zweikampf mit Janka:

2005 (1. Miller 1648. 2. Raich 1454). Miller führt klar, doch in Kranjska Gora rückt Raich dank einem Sieg und einem 3. Rang bis auf 31 Punkte an den Amerikaner heran. Beim Final auf der Lenzerheide kauft Miller dem Österreicher mit einem 2. Platz in der Abfahrt und einem Sieg im Super-G den Schneid ab. Und im Riesenslalom (2. Miller/3. Raich) versetzt er ihm definitiv den K.o.

2006 (1. Raich 1410. 2. Svindal 1006). Raich erlebt eine Traumsaison, wird zweifacher Olympiasieger und feiert seinen ersten Gesamtsieg schon fünf Rennen vor Schluss, als er in Shigakogen (Jap) mit einem 4. Rang den Vorsprung auf die Konkurrenz auf uneinholbare 500 Punkte ausbaut. Beim Final in Are dreht er nur noch eine Ehrenrunde.

2007 (1. Svindal 1268. 2. Raich 1255). Raich biegt auf der Lenzerheide mit 92 Punkten Vorsprung vor Cuche und 103 vor Svindal in die Zielgerade ein. Cuche wird in der Abfahrt nur Fünfter und fällt im Super-G (6.) aus der Entscheidung. Nach Svindals "dreifachem Aksel" (Siege in Abfahrt, Super-G und Riesenslalom) gerät Raich in die Defensive. Dieser fährt den besten Super-G seines Lebens (2. hinter Svindal), scheidet aber im Riesenslalom aus! Mit 97 Punkten Vorsprung geht Svindal ins letzte Rennen. Raich gewinnt den Slalom, aber Svindal holt als 15. just jene Punkte, um den Österreicher in Schach zu halten.

2008 (1. Miller 1409. 2. Raich 1298). Miller steigt mit 290 Punkten Vorsprung ins Weltcup-Finale in Bormio. Raich besitzt nur noch eine theoretische Chance, wird im Super-G erstaunlicher Vierter und überholt noch Didier Cuche. Miller liegt ausser Reichweite.

2009 (1. Svindal 1009. 2. Raich 2007). Das verrückteste Finale. Raich reist mit 8 Punkten Vorsprung vor Svindal nach Are, gibt im ersten Rennen die Führung an Svindal ab, der die Abfahrt gewinnt und im Super-G Zweiter wird. Raich wahrt die Chancen als Vierter und gewinnt den Riesenslalom, womit er bis auf zwei Punkte an den kränkelnden Svindal herankommt. Im Slalom hätte ihm ein 15. Rang gereicht, Raich scheidet aber aus.    

2010 (vier Rennen vor Schluss: 1. Raich 1019. 2. Janka 973). Janka halbiert in Kvitfjell den Rückstand auf Raich auf 46 Punkte und legt sich für die letzten vier Rennen in Garmisch folgende Marschroute zurecht: "Ich muss Benni in den beiden Speedrennen überholen, um die Chancen zu wahren. Im Riesenslalom sind wir etwa gleich stark." Raich zeigt vom Schweizer grossen Respekt: "Normalerweise wäre meine Erfahrung ein Vorteil. Aber Carlo ist so cool und überlegt, dass dieser Faktor gegen ihn nicht ins Gewicht fällt." Dem Schweizer wäre es sogar zuzutrauen, im abschliessenden Slalom zu punkten.


Kalender und Resultate Alles über die Schweizer Athleten
Veröffentlicht Teilen Archiv
23:37:27 09.03.2010   Archiv




Zurück