Mathias Salzmann: "Jeder kommt an seine Leistungsgrenze"

Mathias Salzmann:
29.03.2016 11:21:12 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Am 8./9. April findet zum 34. Mal das Allalin-Rennen statt. Zum 12. Mal nimmt Mathias Salzmann* aus Naters an der Gletscherabfahrt teil. Der Walliser spricht über die Faszination Volksabfahrt und die ideale Vorbereitung auf den Anlass.

Mathias Salzmann, was macht für Sie die Faszination von Volksabfahrten – im Besonderen jene des Alallin-Rennens – aus?
Mathias Salzmann: "Die Herausforderung, auf einer top präparierten Strecke mit einer Länge von bis zu 16 Kilometern und mit einem Höhenunterschied von bis zu 2200 Metern schnellstmöglich herunter zu fahren. Das ist ein Erlebnis, welches ein Rennfahrer nicht so schnell vergisst. Jeder kommt an seine Leistungsgrenze, sei es konditionell oder durch die technischen Anforderungen, welche einem abverlangt werden. Wenn dich dieses Fieber einmal gepackt hat, kommst du davon nicht mehr so schnell los. Das Allalin-Rennen ist die schnellste der Volksabfahrten in der Schweiz. Obwohl es konditionsmässig gegenüber den anderen Rennen einfach erscheint, verlangt die Strecke einem alles ab. Es ist jedes Jahr ein toller Anlass, auf welchen man sich Wochen im Voraus freut."

Wie bereiten Sie sich auf diesen Event vor? Gibt es da fixe Konditionsprogramme, die Sie schon während des gesamten Winters hindurch abspulen?
"Ich treibe das ganze Jahr hindurch Sport, somit ist eine gewisse Grundkondition da. Im Herbst und Winter werden noch ein paar Stunden zusätzlich im Kraftraum absolviert. Ab Dezember geht es auf die Skis und kurz vor dem Rennen werden die langen Skis wieder angeschnallt, um sich an das Fahren mit den langen Skis und an die Geschwindigkeiten zu gewöhnen." 

Ist das Alallin-Rennen für Sie persönlich ein Wettkampf gegen Ihre Konkurrenten, also mit dem Ziel, einen Top-Platz zu erreichen, oder fahren Sie gegen die Uhr und sie versuchen, die persönliche Bestzeit zu verbessern?
"Da die Zeiten durch das Wetter und die Pistenverhältnisse ziemlich varieren können, orientiere ich mich meistens am Overall-Rang des Rennens, um meine Leistung einschätzen zu können."

Wenn es auf der Strecke zu einer Überholung kommt, gibt es da bestimmte Regeln? Zum Beispiel, dass man nur links am Konkurrenten vorbei fahren darf?
"Im Reglement der Volksabfahrten steht, dass sich jeder Fahrer an die FIS-Pistenregeln zu halten hat. Ich versuche, falls es bei mir zu einem Überholmanöver kommt, die Fahrweise einzuschätzen und den Fahrer mit genügend Abstand zu überholen. Falls man überholt wird, sollte man aus Fairness Platz für den Überholenden schaffen."

Bestreiten Sie das Rennen mit einem Super-G- oder mit einem Abfahrtsski?
"Ich fahre die Rennen meistens mit Abfahrtskis, obwohl man mit einem schnellen Super-G-Ski sicherlich auch gut bedient ist."

Können Sie sich, ähnlich wie bei einer Weltcup-Abfahrt, die gesamte Strecke einprägen oder beschränken Sie sich da auf Schlüsselstellen und Fixpunkte?
"Schon die gesamte Strecke. Sich die Piste gut einzuprägen ist bei solchen Rennen sehr wichtig, da wir keine rennmässigen Trainingsfahrten absolvieren können."

Wenn ein Volksabfahrtsneuling von Ihnen Tipps möchte, was sagen Sie Ihm?
"Eine gute Vorbereitung auf das Rennen ist sehr wichtig, sowohl konditionell wie auch was das Angewöhnen an die Geschwindigkeite und an das Fahren mit den langen Skis betrifft. Die Strecken gut besichtigen, nach der Besichtigung musst du deine Linie und den genauen Pistenverlauf im Kopf haben. Bei den ersten Rennen Erfahrungen sammeln und die Schlüsselstellen nicht am Limit fahren. So sollte es kein Problem sein, die Rennen mit einem persönlichen Erfolg zu meistern."


* Mathias Salzmann ist 33 Jahre alt und Vater von 2 Kindern. Der Walliser lebt in Naters und gibt als Hobbies Skifahren, Langlaufen, die Berge allgemein, Moutainbiken und seine Familie an. Er wird 2016 zum bereits 12. Mal das Allalin-Rennen, welches er 2007 und 2011 jeweils als Sieger des Gesamtklassementes und mit 5 weiteren Podestplätzen beenden konnte, bestreiten. Im Vorjahr beendete Salzmann das Rennen in 4:24,12 als Dritter des Gesamtklassements. In den Jahren 2005, 2007, 2009, 2011, 2012 und 2015 beendete er die Super3-Wertung – eine Wertung der Volksabfahrten Inferno Mürren, Hexenabfahrt Belalp und Allalin-Rennen – als Sieger.
Foto: zvg