Baldiges Wiedersehen in Hinterstoder? ÖSV-Spitze bremst

Baldiges Wiedersehen in Hinterstoder? ÖSV-Spitze bremst
29.02.2016 12:27:47 | skionline.ch, Peter Gerber
APA. Der dreitägige Ski-Event in Hinterstoder hat überwiegend zufriedene Gesichter hinterlassen. Allseits hörte man nur Appelle nach einer möglichst zeitnahen Rückkehr des Weltcups ins Stodertal. ÖSV-Präsident und "Hausherr" Peter Schröcksnadel bremste allerdings die Erwartungen.

"Es waren drei grossartige Rennen. Sie haben einen großartigen Job gemacht", applaudierte FIS-Renndirektor Markus Waldner dem lokalen Organisationskomitee von Hinterstoder unter der Leitung von Gerold Hackl. Beim Ski-Weltverband freue man sich daher schon auf ein baldiges Wiedersehen. Besonderes Lob erhielt von allen Seiten die Hannes-Trinkl-Piste, die trotz eines schneearmen und historisch warmen Winters in einem Topzustand gewesen sei. "Der Hang ist sensationell für Ende Februar, wo viele den Winter schon abgeschrieben hatten", meinte Publikumsliebling Felix Neureuther aus Deutschland. Auch das Föhnwetter habe die Piste nicht brechen lassen, wenngleich die Verhältnisse an den beiden Riesenslalom-Tagen Freitag und Sonntag kaum unterschiedlicher hätten sein können. "Am Freitag war es ein Eislaufplatz, heute war es viel weicher", sagte Neureuther.

"Man muss wirklich gratulieren, was sie da hergezaubert haben trotz der schwierigen Witterungsverhältnisse", kam auch von ÖSV-Sportdirektor Hans Pum grosses Lob. Der Oberösterreicher, der sozusagen Heimvorteil genoss, sprach von einer "Veranstaltung mit Niveau". "Man merkt, dass wirklich die ganze Region, ganz Oberösterreich dahinter steht. Man spürt direkt die Euphorie und die Begeisterung." Auch sein engerer Landsmann Vincent Kriechmayr, am Samstag Vierter im Super-G, äusserte sich dahingehend: "Ich hoffe, dass das eine Fixveranstaltung im Weltcup wird, weil so eine Stimmung ist unglaublich."

An den drei Renntagen kamen offiziell 39.250 Zuschauer. Inklusive der Besucher bei Siegerehrungen und Startnummernauslosungen waren es insgesamt 41'750 - damit wurde die im Vorfeld ausgelobte Marke von 40'000 knapp übertroffen. Vor dieser Saison war der Weltcup zuletzt 2011 in der Region Phyrn-Priel zu Gast gewesen. Das nächste Mal will auch die Landespolitik nicht so lange warten. "Drei Jahre wären gut, zwei Jahre noch besser", formulierte Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer seine Hoffnungen, wurde jedoch vom Skigebiet-Eigentümer Schröcksnadel in die Schranken gewiesen. "Das wird nicht einfach wegen der Infrastruktur, das ist das alte Thema. Es gibt zu wenig Hotels", sagte der Unternehmer. "Sonst gibt es keine Probleme. Die Pisten sind super, die Organisation klappt wunderbar im Ort."

Pum wies dagegen auf Terminprobleme hin. "Ich bin ja selber Mitglied im Exekutivkomitee der FIS. Es ist natürlich nicht leicht. Man tut eh alles, dass man Hinterstoder immer wieder in den Kalender bringt, obwohl einige Kriterien einfach nicht erfüllt werden", meinte der Mühlviertler. "Wir haben schon ein paar Fixtermine. Es gibt Kitzbühel, Schladming und Sölden, und dann kriegst du nicht immer die Rennen dazwischen durch." Eine Möglichkeit würden gerade Jahre ohne Großereignis bieten, wie es heuer der Fall war. Der nächste Weltcup-Winter, auf den diese Voraussetzungen zutreffen, wäre 2019/20, also in vier Jahren.

Foto: Agence Zoom