Carlo Janka gibt sein Riesenslalom-Comeback

Carlo Janka gibt sein Riesenslalom-Comeback
25.02.2016 20:59:09 | skionline.ch, Peter Gerber
peg/APA. In Hinterstoder wird Carlo Janka am Freitag (26. Februar) seinen ersten Riesenslalom im Winter 2015/16 bestreiten. Er geht mit Nummer 16 ins Rennen (9.30/12.30).

Lang ist es her, seit Carlo Janka im Weltcup einen Riesenslalom bestritten hat. Vor fast 12 Monaten, am 21. März 2015, fuhr Janka beim Saisonfinal in Meribel mit Startnummer 10 auf den 15. Platz. Seither hat der Weltmeister von 2009 und Olympiasieger von 2010 in dieser Disziplin wegen den anhaltenden Rückenschmerzen die Finger – oder besser gesagt die Füsse – vom Riesenslalom gelassen. Bis morgen. Am 26. Februar steht Jankas Name auf der Startliste zum Rennen in Hinterstoder. Der Weltcuport in Oberösterreich ist für Janka nicht mit schlechten Erinnerungen verbunden. 2011 – beim bisher letzten Weltcup-Auftritt von Hinterstoder – landete der heute 29 Jahre alte Obersaxer als Dritter des Riesenslaloms und als Vierter des Super-G als jeweils schnellster Schweizer einmal auf und einmal knapp neben dem Podest.

Janka fährt quasi ein "Heimrennen", ist der Riesenslalom vom Freitag doch der Ersatz für jenes Rennen, das im Januar in Adelboden nicht hatte stattfinden können. Am Samstag (12.30 Uhr) findet der Super-G statt, am Sonntag (9.30/12.30 Uhr) steht auf der Hannes-Trinkl-Strecke der zweite Riesenslalom auf dem Programm. Ein wichtiges Wochenende auch für Marcel Hirscher, der die Renntage von Hinterstoder im Vorfeld schon mal als "XXL-Weekend" bezeichnet hat.

Mit dem Renn-Triplepack in Hinterstoder biegt der Weltcup der Männer auf die Zielgerade ein. Marcel Hirscher könnte schon eine Vorentscheidung im Kristallkugel-Showdown mit Henrik Kristoffersen herbeiführen. Hirscher reiste erst am Donnerstagabend an. Nachdem die Hangbefahrung gestrichen worden war (skionline.ch berichtete), holte er sich beim Training auf der Reiteralm den letzten Schliff für das womöglich sogar entscheidende Wochenende im Kampf um die historische fünfte grosse Kristallkugel, die er als Gesamtweltcup-Sieger erhalten würde. Derzeit hat der Salzburger 173 Punkte Vorsprung auf Kristoffersen, der ihm als einziger Konkurrent noch gefährlich werden könnte.

Viel spricht dafür allerdings nicht. Jedenfalls nicht das Restprogramm, der Fitness-Level oder der jüngste Trend. Fünf Riesenslaloms sind noch zu absolvieren, aber nur zwei Slaloms - die stärkste Disziplin von Kristoffersen. Im "Riesen" hat Hirscher seinen Rivalen doch deutlich im Griff: Drei von bisher sechs Rennen in dieser Saison hat der Österreicher für sich entschieden, der Norweger stand zweimal auf dem Podest. Am Dienstag gewann Hirscher den City-Parallelslalom in Stockholm – es war sein sechster Saisonsieg, der erste seit dem 6. Jänner. Kristoffersen war bereits in seinem ersten K.o.-Duell auf der Strecke geblieben. "Grundsätzlich glaube ich, dass der Erfolg in Stockholm wenig mit den kommenden Aufgaben zu tun hat", erklärte Hirscher. Trotzdem hab' ich so das Gefühl, dass ich mich seit Japan körperlich wieder ein bisschen gefangen habe, und das ist schon sehr positiv." Zuvor hatte er mit einer hartnäckigen Verkühlung lange zu kämpfen gehabt.

An Hinterstoder hat er nicht die besten Erinnerungen. 2011 war er als 21-Jähriger im ersten Riesentorlauf-Durchgang gestürzt und hatte sich so schwer am linken Fuss verletzt, dass er die anschliessende WM in Garmisch-Partenkirchen verpasste. Kahnbeinbruch lautete die bittere Diagnose damals. Für den Hang hat er dennoch nur Lob übrig. "Die Hannes-Trinkl-Strecke ist wirklich eine geniale Strecke, die man auch als permanente Abfahrtsstrecke sehr gut nutzen könnte. Es ist ein hammermässiges Gelände." In der Vorwoche hatte er die Piste erstmals seit seinem Malheur wieder getestet. "Natürlich fährt man mit einem ein bisschen komischen Gefühl an der Stelle vorbei. Aber es sind Erinnerungen, und irgendwo hat man dann einen Zeitsprung, den man recht schön Revue passieren lassen kann. Es hat sich seit 2011 irrsinnig viel getan. Sehr viel Positives, würde ich sagen."

So starten sie:
1 Thomas Fanara (F). 2 Henrik Kristoffersen (No). 3 Mathieu Faivre (F). 4 Alexis Pinutault (F). 5 Victor Muffat-Jeandet (F). 6 Marcel Hirscher (Ö). 7 Fritz Dopfer (D). 8 Felix Neureuther (D). 9 Tim Jitloff (USA). 10 Stefan Luitz (D). 11 Marcus Sandell (Fi). 12 Leif Kristian Haugen (No). 13 Roberto Nani (It). 14 Florian Eisath (It) 15 Philipp Schörghofer (Ö) 16 Carlo Janka (Sz). 17 Kjetil Jansrud (No). 18 Gino Caviezel (Sz). 19 Justin Murisier (Sz). 20 Massimiliano Blardone (It). 21 Andre Myhrer (Sd). 22 Pilip Zubcic (Kro). 23 Manfred Mölgg (It). 24 Roland Leitinger (Ö). 25 Christoph Nösig (Ö). 26 Riccardo Tonetti (It).  27 Manuel Feller (Ö). 28 Luca De Aliprandini (It). 29 Zan Kranjec (Slo). 30 Steve Missilier (F). – Ferner: 32 Loïc Meillard (Sz). 40 Elia Zurbriggen (Sz). 41 Thomas Tumler (Sz). 54 Manuel Pleisch (Sz). 65 Sandro Jenal (Sz).
 
Foto: Agence Zoom