Marcel Hirscher – erst der das Spass, dann das XXL-Weekend

Marcel Hirscher – erst der das Spass, dann das XXL-Weekend
22.02.2016 12:13:06 | skionline.ch, Peter Gerber
APA. Vier Weltcup-City-Events hat es in der Geschichte des Skirennsports bisher gegeben und Marcel Hirscher ist immer besser damit zurechtgekommen. Den jüngsten vor drei Jahren in Moskau hat der Salzburger gewonnen.

Startberechtigt sind am Dienstag in Stockholm die Top-12 der Slalom-Weltrangliste sowie die Top-4 der Gesamt-Weltrangliste, Nachrücker füllen die Startliste auf. Auch die um den Gesamtweltcup kämpfende Lindsey Vonn und Lara Gut nehmen das Technik-Rennen, das auch zwei Sprünge beinhaltet, in Angriff. Die nach einer Verletzung erfolgreich zurückgekehrte Amerikanerin Mikaela Shiffrin verzichtet hingegen auf das Flutlicht-Rennen am Hammarbybacken, sie hat zuletzt in Saalbach-Hinterglemm auf den langen Latten trainiert und will am Samstag in Soldeu den Super-G bestreiten.

Aber auch die Tschechin Sarka Strachova ist wegen Schienbeinschmerzen nicht mit dabei, als Dritte der Slalomwertung hinter der Schwedin Frida Hansdotter und Veronika Velez Zuzulova (Slowakei) wird sie damit möglicherweise aus dem Kampf um die kleine Kristallkugel fallen. "Drückt mir die Daumen, dass ich in Jasna wieder mit dabei bin", schrieb Strachova auf Facebook. Aus Sicht von Swiss Ski darf man Wendy Holdener und der nachgerückten Michelle Gisin durchaus was zutrauen während man beim ÖSV auf Michaela Kirchgasser hofft,  die in den vier bisherigen City-Events Neunte (2011), Zweite (2012), Dritte (2013) und Fünfte (2013) geworden ist.

Bei den Männern sind die Topstars alle mit dabei, theoretisch kann sich der Norweger Henrik Kristoffersen bereits die kleine Kristallkugel schnappen, hat er drei Rennen vor Schluss (Stockholm, Kranjska Gora, St. Moritz) doch 216 Punkte Vorsprung auf Hirscher. "Auch wenn der Trainingsaufwand für dieses City-Event in keinem Verhältnis zum Ertrag steht - ein Spass wird es allemal und auch der muss sein", sagte der mit 88 Zählern vor Kristoffersen Gesamtweltcupführende, der sich am Wochenende auf der Reiteralm vorbereitet hat. Es ist übrigens das zweite Parallel-Rennen in diesem Winter, am 21. Dezember fand ein Parallel-Riesenslalom in Alta Badia statt, der zum Disziplinen-Weltcup zählte und vom Norweger Kjetil Jansrud vor seinem Landsmann Aksel Lund Svindal gewonnen wurde. Hirscher kam nur auf Platz 30. Jansrud lässt sich übrigens auch Stockholm nicht entgehen.

Hirscher hat – wie andere Fahrer auch – zuletzt vor allem am Riesenslalom gearbeitet, stehen dieses Woche doch ab Freitag in Hinterstoder zwei Riesenslaloms und ein Super-G auf dem Programm. Der 26-Jährige trainierte am Wettkampfhang, fand aber keine idealen Verhältnisse vor. "Nebel und weiche Pisten haben uns die Vorbereitung auf das kommende XXL-Wochenende erschwert. Dennoch war es gut, vor Ort gewesen zu sein", teilte Hirscher mit. Die letzten Weltcupbewerbe in Hinterstoder fanden im Februar 2011unmittelbar vor der WM in Garmisch-Partenkirchen statt, Hirscher hatte sich bei einem Sturz im ersten Riesenslalom-Durchgang einen Kahnbeinbruch im linken Fuss zugezogen. An der Stelle vorbeizufahren, sei mit ein wenig Wehmut verbunden, weil es das Saison-Aus bedeutet habe. "Aber das ist lange her und mehr als Wehmut ist es dann auch nicht." Jedenfalls werde es mit zweiRiesenslaloms und einem Super-G "sicher nicht das unwichtigste Wochenende des Rennkalenders".
werden.

„Es war wichtig, vor Ort zu trainieren, um das wellige Gelände kennenzulernen, auch wenn der Nebel keine Fahrten von ganz oben zugelassen hat. Wir haben die freie Zeit auch zu umfangreichen Tests genützt, erhoffen uns im Riesenslalom einen weiteren Schritt vorwärts“, sagt Atomic-Rennchef Christian Höflehner. Die Asien-Tournee habe Hirscher längst abgehakt. „Auf dem langen Weg zur Kugel kann nicht immer alles nach Plan laufen. Marcel arbeitet solche Misserfolge akribisch auf, zieht seine Lehren und gibt dann die richtige Antwort.“ Welche das ist? Stockholm, aber vor allem Hinterstoder sollen es zeigen.
Foto: Agence Zoom