Dominik Paris gewinnt, Beat Feuz zum dritten Mal auf dem Podest

Dominik Paris gewinnt, Beat Feuz zum dritten Mal auf dem Podest
20.02.2016 13:18:21 | skionline.ch, Peter Gerber
peg/APA. In der Abfahrt von Chamonix kehrt Beat Feuz nach der "Pause" von Südkorea als Dritter auf das Podest zurück. Der Sieg geht an den Südtiroler Dominik Paris. Dazwischen platziert sich Steven Nyman (USA).

Dominik Paris' Wartezeit ist vorbei, der vierte Abfahrtssieg im Weltcup ist Tatsache. Vor dem Triumph in Chamonix stand der Südtiroler letztmals am 30. November 2013 in Lake Louise zuoberst auf dem Abfahrtspodest. "Ich habe gemerkt, dass ich im Vergleich einen guten Speed habe. Dass es zum Sieg reicht, dass habe ich mir wirklich nicht gedacht. Es überrascht mich schon ein bisserl. Aber es war auch viel vom Wetter abhängig, weil die Sicht einfach schlecht war." Oben am Start habe er mitbekommen, dass Steven Nyman trotz eher mässiger Linienwahl eine schnelle Zeit hingelegt habe, so Paris im Ziel.

Nach Kitzbühel-Sieger Peter Fill war es Paris, der für den zweiten italienischen Abfahrts-Sieg der Männer sorgte. Zum ersten Mal seit 16. März 2003 (Karen Putzer im Riesenslalom und Giorgio Rocca im Slalom beim Finale in Hafjell) hat es damit an einem Tag zwei italienische Siege im Alpin-Weltcup gegeben.

Im Gegensatz zu Carlo Janka (23. Platz) gelang Beat Feuz auf der Kandahar-Piste eine starke Fahrt. Der Emmentaler fuhr zum vierten Mal in Serie in die Top-5 und nach dem 5. Platz in Jeongseon wieder auf das Podest – zum dritten Mal in der für ihn wegen des Achillessehnenrisses verkürzten Saison. Feuz fehlten auf der unruhigen Piste lediglich 0,39 Sekunden zum ersten Saisonsieg. "Nach den Trainings habe ich nicht wirklich mit einem Podestplatz gerechnet. Das kam überraschend. In Chamonix auf dem Podest zu sein ist eine kleine Sensation für mich", sagte Feuz gegenüber dem Schweizer Fernsehen. Es sei erstaunlich, dass es ihm auf allen Streckenarten gut laufe. Umso mehr, weil Feuz in der vergangenen Woche nach Südkorea körperlich nicht bei 100 Prozent war. "Ich bin von einem Physio-Termin zum nächsten gerannt. Es anfänglich ganz schlimm ausgeschaut und ich bin fast nicht aus dem Bett gekommen, so hatte ich das Gefühl. Zum Glück hat sich der Zustand auf Chamonix hin extrem verbessert."

Auch Ralph Weber (18.) und Niels Hintermann (21.) konnten sich noch vor Janka einreihen. Der 21 Jahre alte Zürcher Hintermann, der schon in der Kombination als 24. Weltcuppunkte holte – erreichte beim sechsten Weltcup-Einsatz sogar sein bestes Resultat auf höchster Stufe. Auch noch in die Punkte schaffte es der Berner Oberländer Nils Mani als 29. Der 23-Jährige sicherte sich damit zum fünten Mal in diesem Winter Punkte, drei Mal gelang ihm dies in den Kombinationen und nun nach Wengen (28.) zum zweiten Mal in einer Abfahrt. Marc Gini schied bereits nach wenigen Fahrsekunden und einem Fahrfehler aus.

Im Abfahrts-Weltcup wird es jetzt richtig spannend. In Abwesenheit des verletzten Leaders Aksel Lund Svindal, der nach neun von elf Rennen immer noch mit 436 Punkten 26 Zähler vor Fill führt, haben auch Adrien Theaux (341), Kjetil Jansrud (337), Paris (332), und Guillermo Fayed (323) noch Chancen. Jansrud verpatzte sein Rennen am Samstag und wurde – zeitgleich mit Niels Hintermann – 21., allerdings hat der Norsker im nächsten Rennen Heimvorteil. Für Paris wird es da schwieriger: "Da muss alles zusammenspielen, dass das noch geht. Ich werde nicht viele Chancen haben."

Sein Landsmann Fill hat als Gesamtzweiter da eine weit bessere Ausgangslage. "Die Fahrt war nicht optimal, aber die Platzierung ist super. Für den Abfahrts-Weltcup war das kein schlechtes Rennen", sagte der Streif-Sieger. Fill könnte in Kvitfjell die Führung übernehmen. "Ich geniesse, dass ich die Möglichkeit dazu habe. Ich war heuer überall schnell, auch auf den Strecken, auf denen ich normal schlecht war. Ich bin ziemlich zuversichtlich."
Foto: Agence Zoom

Chamonix (Fr). Weltcup-Abfahrt, Männer: 1. Dominik Paris (It) 1:58,38. 2. Steven Nyman (USA) 0,35 zurück. 3. Beat Feuz (Sz) 0,39. 4. Guillermo Fayed(F) 0,80. 5. Peter Fill (It) 0,89. 6. Adrien Theaux (F) 1,15. 7. Manuel Osborne-Paradis (Ka) 1,16. 8. Erik Guay (Ka) 1,29. 9. Blaise Giezendanner (F) 1,32. 10. Hannes Reichelt (Ö) 1,35. 11. Aleksander Aamodt Kilde (No) 1,36. 12. Johan Clarey (F) 1,39. 13. Otmar Striedinger (Ö) 1,46. 14. Valentin Giraud Moine(F) 1,47. 15. Mattia Casse (It) 1,48. 16. Klaus Kröll (Ö) 1,60. 17. Bostjan Kline (Slo) 1,62. 18. Ralph Weber (Sz) und Andrew Weibrecht (USA) 1,66. 20. Romed Baumann (Ö) 1,68. 21. Niels Hintermann (Sz) und Kjetil Jansrud (No) je 1,73. 23. Carlo Janka (Sz) 1,79. 24. Thomas Dressen (D) und Andreas Sander (D) je 1,85. 26. Vincent Kriechmayr (Ö) 1,86. 27. Patrick Schweiger (Ö) 1,87. 28. David Poisson (F) 1,99. 29. Nils Mani (Sz) 2,04. 30. Christof Innerhofer (It) 2,13. – Ferner: 51. Fernando Schmed (Sz) 3,40. Ausgeschieden: Marc Gisin (Sz).

Der Weltcup. Abfahrt: 1. Aksel Lund Svindal (No) 436. 2. Peter Fill (It) 410. 3. Adrien Theaux (F) 341. 4. Kjetil Jansrud (No) 337. 5. Dominik Paris (It) 332. 6. Guillermo Fayed (F) 323. 7. Hannes Reichelt (Ö) 276. 8. Beat Feuz (Sz) 269. 9. Carlo Janka (Sz) 260. 10. Steven Nyman (USA) 246.  – Gesamtwertung: 1. Marcel Hirscher (Ö) 1045. 2. Henrik Kristoffersen (No) 957. 3. Aksel Lund Svindal (No) 916. 4. Kjetil Jansrud (N) 790. 5. Dominik Paris (It) 630. 6. Peter Fill (It) 616. 7. Alexis Pinturault (F) 613. 8. Adrien Theaux (F) 571. 9. Victor Muffat-Jeandet (F) 550. 10.  Felix Neureuther (D) 547. 11. Carlo Janka (Sz) 512. – Ferner: 20. Beat Feuz (Sz) 295.