Lindsey Vonn entschuldigt sich bei Head

Lindsey Vonn entschuldigt sich bei Head
20.02.2016 08:29:52 | skionline.ch, Peter Gerber | 1 Kommentare
peg. Der Frust, die Aktion, die Entschuldigung. Lindsey Vonn hat nach ihrem Ausfall in der Abfahrt von La Thuile mit einem Hammer auf ihren kaputten Ski eingeschlagen, jetzt entschuldigt sie sich bei HEAD dafür.

Was für Gegensätze. Lindsey Vonn als gutgelaunte Badenixe beim Fotoshooting für "Sports Illustrated", Lindsey Vonn an der Zürcher Bahnhofstrasse mit ihrem neuen Hündchen, Lindsey Vonn als frustrierte Rennfahrerin mit Hammer. Die 31 Jahre alte Amerikanerin hat in der vergangenen Tagen in den sozialen Medien zwei Gesichter gezeigt. Das Video, auf dem Vonn mit dem Hammer ihren – und das ist nicht unwichtig – bereits kaputten Ski und noch mehr die Bindung, die sie als das Grundübel ihres Ausfalls vom Freitag angesehen hat, malträtiert, war nur kurz auf Facebook zu sehen. Schon nach der "Tat" war Lindsey bewusst, dass dieser Frustabbau nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sein kann. In der Nacht auf Samstag folgte die Entschuldigung.

"Ich mache diese Aussage in Bezug auf das Video, welches ich heute (am Freitag, die Red.) auf Facebook gepostet habe und das mich dabei zeigt, wie ich mit einem Hammer auf die Bindung meines gebrochenen Rennskis von heute einschlage. Das war ein grosser Fehler, entstanden aus dem für mich frustrierenden Rennen. Es war keinesfalls und in keiner Art und Weise ein Abbild meiner Einstellung zu HEAD, zur Leistung des HEAD-Teams oder generell zum Ski und den Bindungen mit welchen ich so erfolgreich Ski fahre und die eine Grundlage meines Erfolges sind. In der Tat: zum Glück ist die Bindung aufgegangen und hat damit möglicherweise eine schwere Verletzung von mir verhindert. Das Video habe ich in den sozialen Medien veröffentlicht, um meine Emotionen zu zeigen. Ich verstehe, dass es falsch interpretiert werden kann. Ich liebe meine HEAD-Ski und die Bindung und ich kann mich nicht genug für meine unglückliche Aktion entschuldigen. Ich bin wirklich stolz, ein Teil der HEAD-Familie zu sein."

Ein persönlicher Kommentar dazu:

Lindsey Vonn hat einen Fehler gemacht. Sie hat – weil sie dank den neuen Medien eine "öffentliche Frau" geworden ist und sie mit dieser Rolle im Normalfall sehr gekonnt spielt, unterhält und die Fans informiert – sich verführen lassen. Vonns Fehler war nicht die Aktion, als sie fernab vom Publikum den Hammer ausgepackt und ein schon defektes Sportgerät damit bearbeitet hat. Der Fehler war, dass sie diesen – wegen ihrer eigenen Erwartungshaltung nachvollziehbaren – Frustabbau öffentlich gemacht hat. Sie kann das Interpretieren durch die Öffentlichkeit und die Reaktion auf ihr Verhalten nicht so steuern und kontrollieren, wie sie das mit ihrer Karriere und zum Teil mit ihrem Umfeld tut. Lindsey Vonn hat diesen Fehler sehr schnell eingesehen, das Video sofort wieder vom Netz entfernt und sich später bei ihrem Arbeitgeber für die Frust-Handlung entschuldigt. In der entscheidenden Phase des Ski-Weltcups hat sich Vonn selbst Schaden zugefügt, weil das "Hinter den Kulissen" plötzlich in den Vordergrund rückt. Vonn muss sich sofort wieder auf ihre Arbeit konzentrieren, und die ist schnell Ski zu fahren. Und wir, die Öffentlichkeit sollten diesen gemachten Fehler nicht dazu missbrauchen, selbst den Moralin-Hammer auszupacken und auf die erfolgreichste Skifahrerin einzuprügeln."
 
Peter Gerber Plech, Chefredaktior skionline.ch
Foto: Agence Zoom
 

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03:57:46 21.02.2016 | We
Wo
Klar war es ein Fehler. Aber es ist ja immer wieder Vonn die ausbüchst und derartige Seitenhiebe produziert.
Ich erinnere mich immer noch an die Aussage zu den Start bei den Männern.
Aber diese Aktion ist in dieser Art für den Sport sehr schädlich, wer mit öffentlichen Medien nicht umgehen kann sollte dies lassen.
Man kann sich gar nicht vorstellen wie es oftmals bei männlichen Stars war, zb. Miller.
Vorbilder sind anders!