YOG: Das Gold geht diesmal an Melanie Meillard

YOG: Das Gold geht diesmal an Melanie Meillard
16.02.2016 13:21:56 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Gold und Bronze für die Schweizerinnen beim Riesenslalom an den Olympischen Jugend-Winterspielen in Lillehammer. Melanie Meillard fing die nach dem 1. Lauf Führende noch ab und sicherte sich die Goldmedaille. Aline Danioth gewann hinter der Deutschen Katrin Hirtl-Stanggassinger Bronze.

Die beiden Schweizerinnen bleiben bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in der Erfolgsspur. Melanie Meillard holt sich im Super-G nach Kombi-Silber Gold im Riesenslalom. Mit dem Gewinn der Bronzemedaille gar die dritte Medaille im dritten Rennen sicherte sich Aline Danioth. Die Urnerin hat nun nach dem Sieg in der Kombination und Bronze aus dem Super-G für den Rückflug nach Beendigung der Spiele einiges mehr im Gepäck als bei der Hinreise. Und noch stehen der Slalom und der Team-Event aus. Zwischen den beiden Schweizerinnen klassierte sich Katrin Hirtl-Stanggassinger aus Deutschland. Die 17-Jährige hatte nach dem 1. Lauf noch 4 Hundertstelsekunden vor Meillard gelegen.

Die Olympischen Erfolge des Swiss-Ski-Power-Duos kommen nicht aus heiterem Himmel. Melanie Meillard (17) zum Beispiel ist in ihrem zweiten Winter mit Einsätzen im Europacup bereits sechs Mal (je drei Slaloms und drei Riesenslaloms) in die Top-10 gefahren. Aline Danioth (17) bringt es 2015/16 – im zweiten Winter mit Europacup-Rennen – auf vier Top-10-Ränge im kontinentalen Dauerwettbewerb (drei Riesenslaloms, 1 Slalom).

Swiss Ski habe in Lillehammer zwei Rohdiamanten am Start, sagt Beat Tschuor, Chef Nachwuchs im Skiverband (Bild links). "Aber beide müssen noch geschliffen werden. Melanie Meillard sei in ihrer Art des Skifahrens eine offensive Athletin. "Sie hat eine hohe Risikobereitschaft, ohne aber die taktischen Anforderungen ausser Acht zu lassen. Im taktischen Bereich fährt Melanie äusserst klug", schätzt Tschuor die Goldmedaillengewinnerin im Riesenslalom ein. Zudem sei Melanie extrem cool. "Sie ist so relaxed, das habe ich selten bei einer so jungen Fahrerin gesehen. Bei der Kursbesichtigung schaut sie sich jeweils vier, fünf Schlüsselstellen ganz genau an, den Rest besichtigt sie sehr zügig." Auf Bitte von skionline.ch zog Tschuor einen Vergleich mit einer Weltcupfahrerin und fand, dass Melanie Meillard Parallelen zu Tina Maze aufweise. "Sie fährt sehr gefühlvoll Ski, hat das Gespür für das Gelände aber auch für das Tempo."

Bei Aline Danioth hebt Tschuor deren Genauigkeit und Fokussiertheit hervor. "Aline schaut bei der Pistenbesichtigung ganz genau hin, sie ist von der skifahrerischen Persönlichkeit her eher der Kopf-Typ. Sie hat eine extrem gute Grundtechnik und spielt diese auch aus." Die Urnerin könne den Ski gut gehen lassen und habe ein enormes Gespür für das Timing beim Belasten und Entlasten. "Und sie hat eine grosse Fähigkeit, mit guten Winkeln über die Kante die Kurven zu fahren", sagt Nachwuchschef Tschuor. Beim Vergleich mit einer Weltcup-Fahrerin tut er sich etwas schwerer als bei Meillard. Der Gedanke an Maria Höfl-Riesch kommt kurz auf, dann aber findet Tschuor einen besseren Vergleich: "Ich würde sagen, dass Federica Brignone als Vergleich ganz gut passt."

Sämtliche jungen Athletinnen und Athleten können beim Anlass in Lillehammer profitieren, ist Tschuor überzeugt. "Das ganze Drum-Herum kennenlernen, täglich ein gedrängtes Programm haben – das hilft für die Zukunft. Ich bin erfreut, dass Aline und Melanie diese Tage gut und positiv angenommen und bisher bestens und noch sehr erfolgreich bewältigt haben. Die tägliche Anreise vom Athleten-Dorf in Lillehammer nach Hafjell dauert 30 Minuten und ist auch nicht ohne." Was Tschuor auch als ganz wichtige Erfahrung betrachtet ist, dass die beiden 17-jährigen Frauen den Umgang mit der Tatsache lernen, dass auch mal die Kollegin erfolgreicher ist. Nun, wenn diese Erfahrung auch in den letzten Rennen bei den Olympischen Jugend-Winterspielen gemacht werden "müssen", dann wird wohl keine und keiner böse sein.

 

Fotos: Arnt Folvik for YIS/IOC / Kurt Schorrer

Lillehammer (No).YOG-Riesenslalom, Frauen. 1. Melanie Meillard (Sz) 2:33,28. 2. Katrin Hirtl-Stanggassinger (D) 0,06 zurück. 3. Aline Danioth (Sz) 0,67. 4. Meta Hrovat (Slo) 0,95. 5. Ali Nullmeyer (Ka) 1,45. 6. Lucia Rispler (D) 2,40. 7. Sofia Pizzato (It) 2,55. 8. Nadine Fest (Ö)2,94. 9. Julia Scheib (Ö) 3,14. 10. Carlotta Saracco (It) 3,18. 11. Rikka Honkanen (F) 3,51. 12. Lana Zbasnik (Kro) 3,53. – Ausgeschieden (u.a.): Ameliea Smart (Ka), Dora Holmfridur Fridgeirsdottir (Island), Elvedina Muzaferija (Bosnien-Herzegowina). – Ferner: 26. Sabrina Simader (Kenya) 19,68. – 44 Fahrerinnen am Start, 38 klassiert.

Der Stand nach dem 1. Lauf: 1. Katrin Hirtl-Stanggassinger (D) 1:17,80. 2. Melanie Meillard (Sz) 0,04 zurück. 3. Aline Danioth (Sz) 0,66. 4. Meta Hrovat (Slo) 0,88. 5. Ali Nullmeyer (Ka) 1,64. 6. Lucia Rispler (D)1,88. 7. Sofia Pizzato (It) 1,93. 8. Carlotta Saracco (It)2,04. 9. Lana Zbasnik (Kro) 2,09. 10. Julia Scheib (Ö) 2,54. 11. Nadine Fest (Ö) 2,70. 12. Rikka Honkanen (Fi) 2,75. - Ferner: 31. Sabrina Simader (Kenya) 10,79. – Ausgeschieden (u.a.): Jonna Luthman (Sd), Daria Krajewska (Pol), Anastasia Silanteva (Russ), Ziva Otonicar (Slo), Kim Vanreusel (Bel), Milica Kovacevic (Srb), Yasmin Cooper (GBR). – 56 Fahrerinnen gestartet, 44 klassiert.

Lesen Sie auch:
YOG: Die Schweizerinnen greifen nach weiteren Medaillen
YOG: Gold und Silber für die Schweizerinnen
Zwei Schweizerinnen greifen nach den Medaillen
Erstes Rennen, erste Medaille – Silber für Aline Danioth
 

"C'est juste magique!"Elle est vite, et elle est sympa! Notre championne Mélanie Meillard après sa victoire aux Jeux Olympiques de la Jeunesse.

Posted by Swiss Olympic Team on Dienstag, 16. Februar 2016