Nur einer war schneller als Gilles Roulin

Nur einer war schneller als Gilles Roulin
09.02.2016 12:25:55 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Beim FIS-Riesenslalom auf der Lenzerheide musste sich der einheimische Gilles Roulin (Bild) nur einem Fahrer beugen. Der Franzose Jonas Fabre war um 18 Hundertstel schneller.

Bei den beiden FIS-Super-G von Tignes im November war es Roy Piccard, heute, quasi vor der Haustüre auf der Lenzerheide, stand Gilles Roulin (21) wieder ein Franzose vor der Sonne. Der 22 Jahre alte Jonas Fabre – Führender nach dem 1. Lauf – war beim FIS-Riesenslalom schneller im Ziel als Roulin. Zwar konnte der Bündner, der auf diese Saison hin wieder Aufnahme in den Swiss-Ski-Kadern gefunden hat, im 2. Lauf den im 1. Durchgang eingehandelten Rückstand von 0,54 Sekunden fast wett machen. Letztlich aber rettete der Franzose den Sieg mit 18 Hundertstelsekunden Vorsprung ins Ziel. Damit verpasste Roulin zwar seinen dritten Saisonsieg durfte aber immerhin zum insgesamt sechsten Mal im Winter 2015/16 auf das Podest eines FIS-Rennens (3x Super-G, 3x Riesenslalom) steigen.

"Es war ein schwieriges Rennen", resumiert Gilles Roulin. Wegen des nächtlichen Schneefalls und der doch warmen Temperaturen sei die Piste ziemlich weich gewesen. Die Beschaffenheit der Unterlage in Kombination mit der diffusen Sicht und dem drehend gesetzten Kurs habe im 2. Lauf dazu geführt, dass viele Fahrer ausgeschieden seien, so der Bündner. "Ich glaube, einige Fahrer haben sich bei diesen schwierigen Bedingungen nicht wirklich wohl gefühlt." Vom Schweizer Team schafften es Urs Kryenbühl, Semyel Bissig, Marc Mooser, Anthony Bonvin, Simon Steimle und Jan Luchsinger nicht ins Ziel des 2. Laufes.

"Heimrennen sind die schönsten Rennen, umso mehr, wenn man auf dem Podest landet." Gilles Roulin lebt auf der Lenzerheide und hätte das Heimrennen nur zu gerne gewonnen. Morgen (10. Februar) bekommt der 21-Jährige einen zweiten Versuch, bei der Siegerehrung auf dem obersten Treppchen stehen zu können. Es wäre ein besonderer Moment unter besonderen Umständen: Abendessen mit der Familie und im eigenen Bett schlafen, während die Teamkollegen im Hotel in Chur übernachten. "Es macht für mich einen grossen Unterschied, ob du daheim übernachtest oder im Hotel", sagt Roulin. "Du fühlst dich halt definitiv nirgends so wohl, wie zuhause." Er könne besser abschalten, die Gedanken an das bevorstehende Rennen seien nicht dauernd präsent. "Ruhe und Entspannung am Vorabend des Wettkampfes finde ich – wie im Hotelzimmer auch – beim Lesen und Musikhören. Da unterscheidet sich das Hotel vom eigenen Zimmer nicht." Auch das sportliche Programm mit unter anderem Dehnungsübungen sei nicht vom Ort abhängig. Ein Unterschied sei, dass er das Programm für den Renntag auf der Lenzerheide dann per WhatsApp oder SMS und nicht direkt bekomme und dass er – und das geniesse er extrem – etwas länger schlafen könne. Na dann steigt Gilles Roulin morgen (10. Februar) bestens vorbereitet und ausgeschlafen ins zweite Heimrennen in Serie. Und auch wieder auf das Podest? Vielleicht zuoberst?

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Foto: Agence Zoom

Lenzerheide. FIS-Riesenslalom, Männer: 1. Jonas Fabre (F) 2:15,71. 2. Gilles Roulin (Sz) 0,18 zurück. 3. Greg Galeotti (F) 0,20. 4. Daniel Meier (Ö) 0,64. 5. Martin Stricker (Sz) 1,13. 6. Paul Perrier (F) 1,37. 7. Stefan Rogentin (Sz) 1,66. 8. Amaury Genoud (Sz) und Rocco Delsante (It) je 1,67. 10. Gian Luca Barandun (Sz) 1,98. 11. Matthias Brügger (Sz) 2,13. 12. Marco Manfrini (It) 2,37. 13. Marco Reymond (Sz) 2,61. 14. Remy Falgoux (F) 2,63. 15. Nils Allegre (F) 2,90. – Im 2. Lauf ausgeschieden (u.a.): Urs Kryenbühl, Semyel Bissig, Marc Mooser, Anthony Bonvin, Simon Steimle, Jan Luchsinger (alle Sz), Magnus Walch, Paul Zimmermann (Ö). – Morgen (10. Februar) findet an selber Stelle ein zweiter FIS-Riesenslalom statt.