Kunstschnee – die ÖSV-"Problemzone"

Kunstschnee – die ÖSV-
08.02.2016 10:35:30 | skionline.ch, Peter Gerber
APA. Vier Top-10-Platzierungen im Super-G und dabei Vincent Kriechmayr als Dritter auf dem Podest, in der Abfahrt Otmar Striedinger als Sechster bester Österreicher - die ÖSV-Bilanz für die Weltcup-Rennen in Jeongseon fällt zwiespältig aus. Und zeigte einmal mehr auf, dass bei aggressiven Kunstschnee noch Defizite da sind. Auch in Hinblick auf Olympia 2018 will man jetzt den Hebel ansetzen.

ÖSV-Sportdirektor Hans Pum hätte "auch in der Abfahrt gerne einen auf dem Stockerl" gehabt. "Das war das Ziel. Es erlaubt hier aber überhaupt keinen kleinen Fehler", meinte er. Zudem liegen die Schneeverhältnisse - ähnlich jenen in Beaver Creek und Lake Louise - nicht allen Speedfahrern aus dem Team. "Wir werden da sicher im Frühjahr anfangen, Sachen zu testen. In verschiedenen Bereichen. Da muss man immer dahinter sein", weiss Pum. "Wenn es hart ist, sind unsere Leute sehr gut eingestellt. Wenn es griffig ist, da fehlt es wieder, da musst du umstellen, und das muss man dann auch tun. Wir werden da auf jeden Fall alles unternehmen."

Ähnlich äusserte sich Rennsportleiter Andreas Puelacher. "Das Setup bei aggressivem Schnee - wir haben das Problem ja in Amerika und Kanada auch. Und jetzt haben wir es hier auch. Da müssen wir den Hebel ansetzen, das muss unser Thema für die Olympiaabfahrt in zwei Jahren sein, wir müssen dieses Problem mit dem aggressiven Kunstschnee in den Griff bekommen." Aus den Kurven nehme man zu wenig Speed mit, das müssen man über das Setup regeln. Es gehe um Bereiche wie Schuheinstellung und Skieinstellung. "Wir müssen bei aggressiven Bedingungen bereit sein, mehr mit dem Material zu probieren. Wie Marcel (Hirscher/Anm.) das überall macht, müssen wir von der Speedseite her bereit sein, auf solchen Bedingungen mehr zu testen und zu versuchen, das Optimale rauszufinden. Das ist der Ansatz, den wir haben müssen. Da sind uns die Norweger leider voraus, wie es ausschaut", sagte Puelacher.

Als Neunter in der Abfahrt und als Sechster im Super-G war Romed Bauman in Jeongseon zweimal in den Top Ten, für ihn sei die Korea-Reise sehr wichtig gewesen, erzählte der Tiroler. "Ich muss sagen, ich habe oft Probleme gehabt mit nagelneuen Pisten. Das war in Sotschi so ein Thema, da war die Generalprobe nicht gut. Nach Sotschi bin ich dann nicht mit einer Vorfreude gekommen, sondern ein bisschen Ungewissheit. Das ist da jetzt ganz anders." Vom ersten Training an habe er sich wohlgefühlt. "Mir gefällt die Strecke, ich hab zwei halbwegs gute Resultate im Ziel. Und ich wusste, wenn ich keine Fehler mache, kann ich auf dem Stockerl stehen."
Foto: Agence Zoom