Tina Maze – Smartphones Schuld an der Verletzungsmisere?

Tina Maze – Smartphones Schuld an der Verletzungsmisere?
05.02.2016 10:59:58 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Die pausierende Tina Maze macht sich Gedanken über die Ursache der vielen Verletzungen im Skirennsport. Und sie kommt zum Schluss, dass die Smartphones ihren Teil dazu beitragen.

Auch Tina Maze macht sich Gedanken zur Verletzungsmisere im Skirennsport. Für Markus Waldner, den FIS-Renndirektor der Männer, ist die regelmässige Einnahme von Schmerzmitteln ein möglicher Mitgrund für die zahlreichen schweren Verletzungen in der laufenden Saison. Einen ganz andern Ansatz hat die im laufenden Winter eine Pause einlegende Tina Maze gefunden. Im Blog auf ihrer Homepage denkt die Slowenin über die Gefahr nach, die vom Gebrauch von Smartphones ausgeht.

Tippen und Schreiben seien für sie eine wichtige Form der Kommunikation, weil sie da mitteilen könne was sie wolle und nicht unterbrochen werde, schreibt Maze. Und da wäre noch eine andere Sache: "Seit ich ein I-phone in der Tasche habe, könnte ich den ganzen Tag Bilder knipsen." Zudem könne man durch diese Geräte Unterhalten werden und über die sozialen Medien mit Freunden und Familie in Kontakt bleiben. "Das alles macht viel Spass, unterhält uns, hilft Probleme zu vergessen und den Fokus auf andere Dinge zu legen."

Durch das Surfen im Internet sei sie müde geworden, ihre Sehkraft habe nachgelassen und es sei ihr schwer gefallen, sich konzentrieren zu können. Vor allem wenn bei einem Rennen schon schlechte Sicht geherrscht habe, schreibt Maze. "Und nicht nur das. Ich konnte nicht nur nicht mehr so gut sehen, ich war irgendwie nicht richtig bei mir, ich war irgendwo. Und die Energie, die ich dann brauchte um ins Hier und Jetzt zurück zu kehren, war nie ausreichend, damit ich mich so hätte fühlen können wie vor dem Gebrauch des Smartphones." Sie habe die Befürchtung, dass man so den Kontakt zu sich selbst, zu den eigenen Gefühlen und Empfindungen verliere. Das sei alles nicht so ein Problem, wenn man dann nicht ein Skirennen fahren müsse, welches Präzision und "300-prozentige Konzentration" erfordere.

"Ich denke, dass Skifahrer, die gesunde Knie behalten möchten, über dieses Thema nachdenken sollten. Darüber, wie sehr der Gebrauch eines Smartphones den Fokus am Tag eines Zwischenfalls verändert und wieviel Einfluss diese Ablenkung an diesem Tag gehabt hat." Sie sei sicher, dass das nicht der alleinige Grund für Zwischenfälle mit Verletzungen sei, schreibt Maze, und sie  schliesst ihren Blog – ohne ins Detail zu gehen – mit folgender These: "Es ist nie nur eine Sache, es braucht drei Punkte, bevor etwas kaputt geht."
Quelle: tinamaze.com
Foto: Agence Zoom