Marcel Hirscher in der "Pyjamahose" zum Training

Marcel Hirscher in der
04.02.2016 15:07:22 | skionline.ch, Peter Gerber
APA. Nur eine Nacht nach seiner Ankunft in Südkorea hat sich Marcel Hirscher auf die olympische Abfahrtsstrecke in Jeongseon begeben und das Training absolviert. Die Abfahrt wird der Salzburger aber nicht fahren, nur den Super-G.

"Es war eine schwindlige Fahrt. Ich bin noch ziemlich müde und hatte ordentlich zu kämpfen, was den Jetlag betrifft. Ich bin froh, dass ich gesund im Ziel stehe", sagte Marcel Hirscher, der erstmals seit zwei Monaten Abfahrtslatten an- und die Olympia-Abfahrtsstrecke in Jeongseon trainingsmässig befahren hatte. Mit einem gewissen Risiko sei das Ganze schon verbunden gewesen, meinte er. Zumal die neue Rennstrecke auch viele Sprünge beinhaltet, einer musste sogar etwas abgetragen werden. "Schon wild. Ich hatte ja keine Erfahrung und muss versuchen, deswegen auch mit den sieben Sekunden gut zu leben und zu sagen, das war heute das Beste, was ich machen habe können", meinte er zum Rückstand von 7,33 Sekunden. "Ich muss mich kleinweise rantasten."

Zumindest habe er die Strecke einmal abfahren können und es auch so gemacht, wie er sich das vorgenommen habe. "Ich hatte mehr oder weniger die Pyjamahose an und habe gehofft, dass es nicht zu schnell wird." Vom Speed her sei es ziemlich okay gewesen, auch für einen Slalomfahrer. "Die Sprünge sind so eine Sache, die sind für mich alles andere als normal." Der Gesamtweltcupführende ist nach seiner schweren Verkühlung immer noch nicht ganz fit, nach wie vor plagt ihn auch ein Husten. "Mit dem Jetlag und dem Fliegen wird es natürlich nicht besser. Aber ich bin da, ich nehme den Weg auf mich, obwohl ich nicht unbedingt in der Topverfassung bin, was meinen Energielevel betrifft. Ich mache das hinsichtlich 2018. Es ist die einzige Chance, die wir kriegen. Das hilft mir natürlich, wenn wir dann in zwei Jahren kommen, weil da werde ich die Kombi fahren."

Die Spezialabfahrt am Samstag bestreitet Hirscher aber nicht. "Ich bin kein Abfahrer, ich bin kein gelernter Abfahrer und werde es auch niemals sein. Für mich zählt hier die gute Vorbereitung für den Super-G am Sonntag. Hoffentlich gibt es eine Kurssetzung, die mir entgegenkommt. Und wenn es nix war, dann war es ein super Ausflug für 2018." Das Design der Abfahrt ist keines, das Hirscher entgegenkommt. "Nein, wenn, dann ist es wirklich in Beaver Creek, wo ich rankomme. Da ist Gefälle da, Steilheit da. Hier ist es so, da musst du die Skills haben, dass du jede noch so Kleinigkeit an Schwung mitnimmst. Es ist ja nicht steil, es ist kein Gefälle da. Die Sprünge sind ja doch mit fünfzig Meter teilweise eher weiter. Von dem her ist es sicherlich keine Abfahrt, wo ich einmal schnell sein werde."

Mit seinem Matratzenlager hat er sich bereits angefreundet. "Andere Länder, andere Sitten. Und andere Leute wären froh, wenn sie überhaupt eine Matratze hätten. Für einen Profisportler ist es natürlich nicht unbedingt das Idealste. Aber es kommt drauf an, aus welcher Warte man das sieht." Die asiatische Küche, zumindest wie man sie in Europa kennt, ist ihm vertraut. Wagnisse geht er nicht ein. "Ich bleibe lieber bei den Reisgerichten, wie wir sie kennen."

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