Hannes Reichelt – wie wenn nichts gewesen wäre

Hannes Reichelt – wie wenn nichts gewesen wäre
28.01.2016 12:23:00 | skionline.ch, Peter Gerber
peg/APA. Hannes Reichelt ist zurück, als hätte es den Abflug von der Streif nicht gegeben. Der Österreicher fährt im 1. Training zur Abfahrt von Garmisch die schnellste Zeit.

Fünf Tage nach seinem schweren Sturz in Kitzbühel hat sich Hannes Reichelt beim Abfahrtstraining in Garmisch zurückgemeldet. Der 35 Jahre alte Österreicher legte mit 1:57,06 eine Zeit auf die Piste, die von der Konkurrenz nicht annähernd erreicht werden konnte. Am nächsten kamen Reichelt, der sich beim Abflug in Kitzbühel eine Knieprellung zugezogen hatte, die beiden Norweger Kjetil Jansrud und Aleksander Aamodt Kilde. Allerding soll Reichelt, wie eine grosse Anzahl anderer Fahrer (darunter Marc Gisin, Andrew Weibrecht) auch, nicht alle Tore korrekt durchfahren haben.

Nach einem ersten Schneetraining am Mittwoch in Seefeld hatte sich Reichelt zum Antreten in Garmisch-Partenkirchen entschieden und überzeugte gleich beim ersten Testlauf auf der Kandahar. "Es ist wichtig, dass ich gefahren bin, für das Aufarbeiten eines Sturzes ist es besser, wenn das früh passiert. Die Bestzeit dazu ist der Hammer", sagte der 36-Jährige, der aber zugab, keine allzugute Nacht gehabt zu haben. "Ich bin im Traum auf der Streif gestürzt und oft aufgewacht, es war nicht ganz leicht. "Umso erfreulicher war die Trainingsleistung, der Torfehler fiel dabei nicht sehr ins Gewicht. "Auch wenn ich ein Tor ausgelassen habe und mir das vielleicht eine Sekunde gebracht hat, wäre ich auch nur vier Zehntel hinter der Bestzeit." Der Torfehler passierte vor dem Flachstück, Reichelt konnte dadurch etwas mehr Schwung mitnehmen.

Aus jetziger Sicht und wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, erklärte Reichelt, werde er die Abfahrt am Samstag in Angriff nehmen. "Es ist schön, wenn man nur fünf Tage nach so einem Sturz im Ziel abschwingt und keine Schmerzen hat." Wegen der Entzündungen nimmt der Super-G-Weltmeister ein leichtes Schmerzmittel. Anerkennung gab es auch von Jansrud: "Egal ob Torfehler oder nicht. Ich ziehe den Hut vor Hannes. Dass er so schnell wieder zurückkommt und auch so unglaublich schnell ist, ist überhaupt ein Wahnsinn."

Zur Markierung verwendet wurde - auch nach den Erkenntnissen der Streif-Abfahrt - eine neue fluoreszierende Farbe (hellblau-türkis), damit sollen u.a. Wellen besser sichtbar sein. "Zurück in den Farbtopf, da sieht man nichts, da hätte man auch Weiss nehmen können", sagte etwa Otmar Striedinger. Allerdings schien Donnerstag die Sonne, bei schlechter Sicht sollte die Mischung schon eine Wirkung haben.

Foto: Agence Zoom

Garmisch-Partenkirchen (D). Weltcup-Abfahrt, Männer. 1. Training: 1. Hannes Reichelt (Ö) 1:57,06. 2. Kjetil Jansrud (No) 0,60. 3. Aleksander Aamodt Kilde (No) 0,67. 4. Valentin Giraud Moine (F) 0,69. 5. Adrien Theaux (F) 0,99. 6. Andreas Sander (D) und Maxence Muzaton (F) je 1,10. 8. Christof Innerhofer (It) 1,12. 9. Benjamin Thomsen (Ka) 1,18. 10. Andrew Weibrecht (USA) 1,19. 11. Erik Guay (Ka) 1,24. 12. Andrej Sporn (Slo) 1,25. 13. Peter Fill und Mattia Casse (beide It) je 1,31. 15. Bostjan Kline (Slo) 1,43. 16. Matteo Marsaglia (It) 1,50. 17. Guillermo Fayed (F) 1,59. 18. Wiley Maple (US) 1,69. 19. Silvano Varettoni (It) 1,77. 20. Dominik Paris (It) 1,78. 21. Jared Goldberg (USA) 1,79. 22. Carlo Janka (Sz) 1,90. 23. Marco Sullivan (USA) 1,91. 24. Paolo Pangrazzi (It) 2,05. 25. Otmar Striedinger(Ö) 2,09. 26. Klaus Brandner (D) 2,23. 27. Manuel Osborne-Paradis (Ka) 2,25. 28. Steven Nyman (USA) 2,34. 29. Beat Feuz (Sz) 2,35. 30. Fernando Schmed (Sz) 2,36. 31. Romed Baumann (Ö) 2,37.  – Ferner: 38. Nils Mani (Sz) 2,63. 44. Marc Gisin (Sz) 3,11. 51. Urs Kryenbühl (Sz) 3,59. 53. Niels Hintermann /Sz) 3,67. 58. Ralph Weber (Sz) 4,13. – Ausgeschieden: Tyler Werry (Ka). – 65 Fahrer klassiert.