Blitz-Comeback: Hannes Reichelt in Garmisch am Start

Blitz-Comeback: Hannes Reichelt in Garmisch am Start
27.01.2016 15:18:31 | skionline.ch, Peter Gerber
peg/APA. Hannes Reichelt, in der Hahnenkamm-Abfahrt am vergangenen Samstag noch heftig gestürzt, kehrt schon in den Weltcup zurück und wird am Donnerstag das Training in Garmisch bestreiten.

Das Blitz-Comeback wird Tatsache. Super-G-Weltmeister Hannes Reichelt wird am Donnerstag (28. Januar) das 1. Abfahrtstraining in Garmisch-Partenkirchen bestreiten. Ihm selbst gehe es nach seinem Sturz auf der Streif wieder gut. Am Mittwoch sei er in Seefeld bereits wieder Skifahren gewesen und habe dabei keine Schmerzen gehabt. "Deswegen werde ich heute noch nach Garmisch fahren und am Donnerstag am Abfahrtstraining teilnehmen", meinte der Salzburger. Danach könne er mehr sagen und auch entscheiden, wie es weiter gehe, so Reichelt.



Reichelt stürzte in der Hahnenkamm-Abfahrt von Kitzbühel am 23. Januar heftig und landete in den Sicherheitsnetzen. Zwar stand der 35-Jährige unter dem grossen Applaus des Publikums selber auf, wurde dann aber sicherheitshalber per Hubschrauber zu medizinsichen Abklärungen ins Spital geflogen. Reichelt zog sich beim Sturz auf der Streif eine Knieprellung zu. Hannes Reichelt hatte bei allem Unglück das Glück auf seiner Seite. Aksel Lund Svindal und Georg Streitberger, die ebenfalls in der Kompression nach dem Hausberg und vor der Einfahrt in die Traverse stürzten, haben sich schlimmer verletzt. Beide fallen mit Kreuzbandrissen für rund 9 Monate aus.

Die Auswertung seiner Airbag-Daten habe ergeben, dass er bei 97 km/h gestürzt und beim ersten Aufprall mit "vier g" auf der Hüfte
gelandet sei. Der zweite Aufprall sei dann bei "neun g" am Rücken gewesen. Glücklicherweise habe er jedoch den Airbag angehabt, der genau zur richtigen Zeit auslöste, rekonstruierte Reichelt. Er trete dafür ein, dass das Tragen des Airbags in Zukunft zur Pflicht werde. "So hätten alle wieder die gleichen Karten", spielte der Abfahrer auf die möglicherweise schlechtere Aerodynamik durch das Tragen der aufblasbaren Sicherheitsweste an.

Anlässlich der Pressekonferenz in Innsbruck kritisierte Reichelt den Abbruch der Abfahrt in Kitzbühel nach dem 30. Fahrern. "Nachdem es zwei der Top-Leute so abwirft, lässt man einerseits noch zehn weitere runter fahren und andererseits nimmt man dann dem Rest der Läufer die Chance, zu starten", sagte Reichelt. Das finde er nicht richtig.

Die Ursache für seinen Sturz sah der Abfahrter in der schlechten Sicht. "Ich habe nichts gesehen. Ich wusste nicht einmal annähernd, wo ich mich befunden habe und die Kompression war dann schneller da als gedacht", meinte Reichelt. Auch die Pistenpräparierung in Kitzbühel erntete Kritik. In der Kompression gebe es zwei Linien. Einerseits die Sicherheitsvariante und andererseits die engere und schnellere Linie, erklärte der Salzburger. Heuer sei die Sicherheitslinie jedoch viel unruhiger und schlechter präpariert gewesen, als die risikoreichere Variante. "Deswegen sind wir auch bei schlechter Sicht die engere Linie gefahren", merkte Reichelt an und richtete einen Appell an die Verantwortlichen: "Die Strecke ist schon so schwer genug, die muss man nicht noch schwerer machen." Ausserdem sollten die Verantwortlichen auch für die Sicherheit der Läufer sorgen und nicht nur für eine gute Show.

   
Foto: Agence Zoom