Die "Grand-Slam"-Idee macht wieder die Runde

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20.01.2016 11:41:54 | skionline.ch, Peter Gerber
APA/peg. Die Idee ist nicht neu, nahm aber während der wichtigsten Weltcup-Wochen des Jahres wieder einmal Fahrt auf. Eine "Grand-Slam-Serie" mit ausgesuchten und hoch dotierten Abfahrten wie jenen in Kitzbühel oder Wengen soll den Weltcup aufwerten.

Ein grosser Freund dieser "Grand-Slam"-Idee ist – neben Peter Fill (vgl. Aussage im Video, das vor Saisonbeginn in Altenmarkt aufgezeichnet worden ist) auch Hannes Reichelt. Der Salzburger ist Athletensprecher und macht sich über vieles im Weltcup Gedanken, ist dieser doch quasi die Basis seiner Beschäftigung als Skirennfahrer. Die Idee ist, wie im Tennis oder Golf mit einigen "Majors" eine eigene Serie zu kreieren. Auch im Beach-Volleyball ist kürzlich eine Major-Serie neben den "Grand Slams" ins Leben gerufen worden. Die Idee gibt es mit den "Big Five" in Grundzügen zwar, professionell umgesetzt wurde sie aber nie.

Der ehemalige Kitzbühel-Rennleiter Peter Obernauer ist als Österreichs Vertreter im Weltcup-Komitee ebenfalls an der Idee dran. Doppeltes Preisgeld aber auch doppelte Weltcup-Punkte sind für Obernauer ein "must", um das Vorhaben erfolgreich umzusetzen. Also 200 statt wie üblich 100 Punkte für den Sieger. Neben Kitzbühel und Wengen wäre Beaver Creek, Bormio (derzeit aber keine Rennen) oder Garmisch-Partenkirchen interessante Kandidaten. Bei den letzten drei lassen die Zuschauer-Zahlen aber zu wünschen übrig.



Punkto Preisgeld liegt Kitzbühel bereits längst klar voraus, woanders wird meist nur das vom Internationalen Skiverband (FIS) vorgeschriebene Minimum-Preisgeld von 110'000 Schweizer Franken (ab 2016/17 120'000 Franken) pro Rennen bezahlt. Und das auf die Top-30-Fahrer bzw. -Fahrerinnen aufgeteilt. Zum Vergleich: Wer bei den aktuellen Tennis-Australien-Open in Melbourne in der ersten Einzelrunde ausscheidet, erhält umgerechnet 24'560 Euro. Deshalb könnte die Major-Serie im Alpinski-Sport auch Technik-Klassiker wie Adelboden in der Schweiz oder Schladming umfassen. Zumindest 150 (statt 100) Punkte soll der Sieger dort bekommen. Zum "Nightrace", das kommenden Dienstag wieder auf der Schladminger Planai in Szene geht, kommen regelmässig an die 50'000 Zuschauer. Gerade was die Vergabe der Weltcup-Punkte bei einem eventuellen "Grand-Slam" betrifft, dürfte aber noch einiges an Diskussionsbedarf herrschen. Eine Bevorteilung der Speed-Spezialisten im Kampf um den Gesamtweltcup würden die Techniker wohl kaum auf sich beruhen lassen. Die Alternative wäre, dass die erhöhten Punkte nur für die Disziplinen- nicht aber für die Gesamtwertung zählen.
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