Hirscher: "Wupp, auf einmal war ich weg"

Hirscher:
17.01.2016 20:39:35 | skionline.ch, Peter Gerber
APA. Es war nicht der Sonntag von Marcel Hirscher. Beim Wengen-Slalom haderte er zuerst mit dem Gelände, dann schied er als Zehnter des 1. Laufes in der Entscheidung aus und ruinierte sich dabei den Ski.

Marcel Hirscher hatte sich am Sonntag in Wengen auf die Bedingungen mit grossteils flachem Hang und der Kurssetzung (Deutschland im ersten Lauf) nicht richtig einstellen können. "Ich bin noch nie so eine Kurssetzung gefahren, und andere schaffen es sehr wohl. Ich habe meine Stärken woanders", sagte der 26-Jährige, der in Wengen weiterhin auf dem ersten Sieg warten muss. Nach dem zehnten Zwischenrang und der Krisfoffersen-Halbzeitführung war er im Finale eigentlich auf Schadensbegrenzung aus, jedoch gingen bei der Fahrt bei Schneefall beide Kanten am rechten Ski kaputt. "Wupp, auf einmal war ich weg."

Marcel Hirscher, das war heute scheinbar überhaupt nicht Ihr Rennen. Schildern Sie bitte einmal die Läufe.
Marcel Hirscher: "Das war, wie soll ich sagen, wenn man im oberen Teil zwei Zehntel bekommt, im Mittelteil zwei Zehntel und herunten noch drei Zehntel, dann ist zusammengeräumt. Es geht schon schnell. Dennoch: Ich bin noch nie so eine Kurssetzung gefahren, und andere schaffen es sehr wohl. Ich habe meine Stärken woanders. Jetzt ist das perfekt abgerundet mit zwei 'hinnigen' Kanten am Ski. Man hat auch, glaube ich, gesehen, wupp, auf einmal war ich weg. Und dann nochmal. Dann habe ich schauen müssen. Es war dann sehr kurios, ich habe es gar nicht glauben können, leider."

Ist Ihnen so etwas schon mal passiert?
"Nein, dass ich so chancenlos bin, dass ich mich halte, nicht. Ich bin drauf gegangen auf den Schwung und wupp habe ich rückwärts geschaut. Das gibt es normal nicht. Beide Kanten, ist alles hin."

Zu allem Überdruss hat es bei Ihrer Fahrt auch noch wild geschneit...
"Ja, es ist so, wie es ist. Es kann nicht immer lustig sein und klass. Ich habe hundert Punkte gemacht im Super-G, und die waren sicherlich damals ein bisschen bevorzugt. Jetzt ist es halt ein bisschen benachteiligt vielleicht. Aber deswegen bin ich nicht ausgefallen. Abhaken, es tut mir zwar leid und schmerzt mich sehr, dass ich das sagen muss, aber ich muss es abhaken. Und jetzt geht es heim. Arsch-Wochenende. Es kann sein, dass alles vorbei ist. Slalomkugel weg, Gesamtweltcup weg. Jetzt sind andere Favoriten."
Foto: Agence Zoom