US-Alpinchef zu Mancusos Spendenaufruf: "Lächerlich"

US-Alpinchef zu Mancusos Spendenaufruf:
12.01.2016 16:10:25 | skionline.ch, Peter Gerber
peg. Heftige Kritik von US-Alpinchef Patrick Riml an Julia Mancusos (erfolgreichem) Spendenaufruf. Riml findet diesen "lächerlich" und nicht nötig.

Das gibt wohl noch Ärger. Julia Mancusos Spendenaufruf, mit dem die Amerikanerin bisher 14'700 Dollar gesammelt hat, stösst bei US-Alpinchef Patrick Riml auf wenig Verständnis. „Das ist schon ein wenig lächerlich. Sie hat seit 15 Jahren eine riesige Unterstützung vom Verband. Sie braucht nur zu uns kommen, dann hat sie alles“, wird Riml auf dem online-Portal der "Tiroler Tageszeitung" zitiert. Zudem meint Riml, dass Mancuso diese finanzielle Unterstützung der Fans gar nicht nötig habe und es sei eine nicht angebrachte Kritik am Verband.

„Wir haben in den USA eine weitgreifende Infrastruktur, sportwissenschaftlich wie medizinisch. Es gibt viele Ärzte, die ihr zur Verfügung stehen – auch in ihrer Heimat Tahoe. Und in unserem Zentrum Park City kann sie sich jederzeit behandeln lassen“, so der Österreicher, der seinerseits an Mancusos Lebensstil Kritik übt. Sie lebe auf Hawaii, ihr Freund auf Fidschi, sagt Riml. "Wenn sich jemand entscheidet, so exotisch zu leben, wo es mit dem Skisport gar nichts zu tun hat, dann ist es bei uns auch einmal vorbei.“

Mit Sanktionen muss Mancuso offenbar trotz des Missfallens der Aktion seitens US-Verband nicht rechnen. Aber Riml möchte mit der Athletin ein klärendes Gespräch führen, heisst es auf www.tt.com. "Dann muss sie sich entscheiden, ob sie bei uns ist oder nicht. Zur Kommunikation gehören immer zwei Leute, ich habe sie aber nicht erreicht. Und wenn sie uns nicht sagt, was sie braucht, wird das nicht einfacher.“

Mancuso hat Ende 2015 zu Spenden aufgerufen, damit sie ihre Reha nach der nötig gewordenen Hüftoperation finanzieren kann. "Ich möchte die Aufmerksamkeit auf die mangelhafte Unterstützung von verletzten Athletinnen und Athleten lenken", schrieb Mancuso damals auf www.juliamancuso.com. Die Sponsoren würden während eines Ausfalls durch Verletzung nur einen Teil der normalen Beiträge bezahlen und vom US-Verband erhalte sie auch kaum Unterstützung, so die 31-Jährige, die ihre monatlichen Reha-Kosten mit 5000 US-Dollar bezifferte. Nachdem sie die angestrebte Summe von 10'000 Dollar schon am ersten Tag erreicht hatte teilte Mancuso mit, dass sie den Spendenaufruf aufrecht erhalte und mit dem Geld Athletinnen und Athleten in vergleichbaren Situationen unterstützen werde (skionline.ch berichtete).
Quelle: www.tt.com
Foto: Agence Zoom