Manuel Feller: "Val d'Isère war unglauglich"

Manuel Feller:
09.01.2016 15:46:33 | skionline.ch, Peter Gerber
APA. Manuel Feller hat sein erstes Saisonziel erreicht. In Slalom und Riesenslalom hat sich der Österreicher in den Startlisten in die Top-30 verbessert. "Das ist natürlich eine coole Sache, das motiviert noch mehr zum Gasgeben", sagte der Vierte des Riesenslaloms von  Val d'Isere.

Der Blick zurück lässt den 23-jährigen Manuel Feller bescheiden bleiben. "Wenn ich das zeige, was ich im Training zeige, kann es weiter nach vorne gehen. Aber wenn ich mich in den Top-30 etabliere, bin ich zufrieden. Wenn ich 15. werde, muss ich mehr als zufrieden sein. Ich sage nicht nein zu mehr, ich weiss, dass es möglich ist. Aber vor einem Jahr um diese Jahreszeit bin ich auf der Couch gelegen und habe nicht gewusst, wie ich mich bewegen soll", erinnerte Feller.

Im Dezember 2014 beendete Feller aufgrund einer akuten Bandscheibenproblematik die Saison vorzeitig, im Oktober 2015 kehrte er in Sölden in den Weltcup zurück und kratzte in Frankreich am Podest. "Für mich war es überraschend, dass es im Riesen auf einmal so eingeschlagen hat. Val d'Isere war unglaublich, anfangs habe ich das nicht glauben können."

Den Fokus legt er weiterhin auf beide Disziplinen. "50:50. Im Training funktioniert es in beiden Disziplinen, und bei den Rennen habe ich das auch gezeigt. Ich finde es auch wichtig, dass man zwei Disziplinen hat - vor allem auch für den Kopf." Im Slalom war er zuletzt 16. in Santa Caterina, womit er die Punktlandung in die Top 30 der Startliste schaffte.

Sehr gefreut hat er sich auch für seinen Teamkollegen Marco Schwarz, der im Madonna-Slalom hinter dem Norweger Henrik Kristoffersen und Marcel Hirscher Dritter wurde, während er selbst - die Punkte für die Startnummern-Verbesserung im Hinterkopf - im zweiten Durchgang verbremst hat (21.). "Das hat uns auch wieder was gezeigt: wir sind im Training beim Blacky dabei, was er kann, können wir auch. Das gibt einem auch wieder Selbstvertrauen, da möchte man nachziehen." Er habe schon zu Saisonbeginn gesagt, dass er am Ende nicht der Einzige der jungen österreichischen Techniker sein werde, der sich unter den Top 30 etablieren wird. "Wir sind wirklich ein super junges Team. Man pusht sich gegenseitig. Und das gilt auch für Marcel. Wenn wir Marcel ein bisschen näher rücken, weiß er auch, jetzt muss er wieder Gas geben. Man profitiert gegenseitig sehr viel voneinander, das ist wie ein Schneeballeffekt."

Zum direkten Trainings-Vergleich mit dem Superstar aus dem eigenen Lager meinte er: "Im Riesenslalom fehlt mehr, aber im Slalom kommen wir bei dem einen oder anderen Lauf an ihn ran. Aber man muss immer beachten, wenn er beim Testen ist, wie viel Prozent von ihm sind das jetzt wirklich. Aber ich glaube, dass wir nicht so weit entfernt sind. Natürlich ist das im Rennen wieder ganz was anderes, wenn er dann wieder richtig, richtig Gas gibt."

Wie viele hofft auch Feller, dass die Reise ins Berner Oberland nicht umsonst war und der Slalom stattfinden kann. "Kitzbühel ist mein Lieblingsrennen und Adelboden mein Lieblingshang. Der Hang hat alles drinnen. Vor allem der Zielhang plus die Atmosphäre sind unglaublich." Auch die Verhältnisse bringen ihn nicht aus der Ruhe. "Frühjahrsbedingungen sind mir immer sehr gut gelegen."
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