Die Fahrer hoffen auf ein Slalom-Rennen

Die Fahrer hoffen auf ein Slalom-Rennen
09.01.2016 15:49:33 | skionline.ch, Peter Gerber
peg/APA. Es regnete in Adelboden noch weit in den späten Nachmittag hinein. Keine guten Voraussetzungen für den am Sonntag geplanten Slalom. Die Fahrer indes hoffen, dass das Rennen stattfinden kann. Die Chancen aber stehen nicht wirklich gut.

Gross war das Bedauern unter den Rennfahrern am Samstag. Tropfnass musste der fünffache Adelboden-Sieger Marcel Hirscher unverrichteter Dinge zurück ins Hotel fahren. "Es ist voll schade. Aber wenn es so ist, wovon ich ausgehe, dass es keine Chance für ein Rennen gibt, dann soll es so sein. Sicherheit geht immer vor", meinte der Salzburger. Nach der Besichtigung sei es noch okay gewesen. "Ich habe als einer der Ersten besichtigt, aber dann rutschen zweihundert Leute drüber. Und dann gibt das Ganze nach. Und wenn das der Fall ist,
dann macht es keinen Sinn, dann ist es unnötig gefährlich", sagte er.

Der Deutsche Felix Neureuther hätte sich gewünscht, dass man es versucht. "Bei der Besichtigung hat es richtig gut ausgeschaut. Es ist schon sehr schade, ich habe mich wahnsinnig auf das Rennen gefreut, es ist eines der schönsten des ganzen Jahres. Ich denke, man hätte es zumindest probieren können. Aber absagen ohne irgendetwas ist ein bisschen schade." Allerdings hatte Neureuther nicht mitbekommen, dass sich die Piste nach der Besichtigung durch die Fahrer deutlich verschlechtert hatte. Den Trainern aber blieb das nicht verborgen. "Es tut mir brutal leid für die Veranstalter. Wenn du 30'000 Leute da hast und absagen musst, dann ist das bitter. Aber ich ziehe den Hut vor Markus, dass er die Entscheidung getroffen hat. Ich denke, es war die richtige", sagte Mathias Berthold, Cheftrainer des deutschen Männer-Teams.

Für den Slalom meinte Felix Neureuther: "Man muss auf ein kleines Wunder hoffen, dass das Wetter besser wird." Ob dieses Wunder eintrifft, ist zweifelhaft. Die Temperaturen bleiben mehrheitlich warm und des wird auch immer wieder Niederschlag geben. Einzelen trockene Phasen wird es zwar geben, aber ob die ausreichen werden?

Die Schweizer Riesenslalom-Spezialisten haben Adelboden unmittelbar nach der Rennabsage verlassen und sich auf den Weg nach Folgaria-Lavarone in Italien gemacht. Dort sollen am Montag und Dienstag je ein Riesenslalom für die Europacup-Wertung zur Austragung gelangen. Derweil bereiten sich die Slalom-Fahrer abseits des Schnees auf den hoffentlich stattfindenden Renntag am Chuenisbärgli vor. "Das wird am Sonntag von oben bis unten ein Kampf werden", erwartet Daniel Yule. Grundsätzlich sind sie aber zuversichtlich, wie die Video-Interviews mit Luca Aerni, Ramon Zenhäusern und Reto Schmidiger zeigen. Das Rennen in Adelboden hat für die Schweizer immer eine besondere Bedeutung. Für Reto Schmidiger gleich doppelt. Der Zentralschweizer, der in Val d'Isère 17. geworden ist, in Madonna die Campiglio und Santa Caterina aber den 2. Lauf verpasst hatte, hat immer wieder den grossen Auftritt von Marc Berthod aus dem Jahr 2007 im Kopf. Der damals 23 Jahre alte Engadiner erreichte mit Startnummer 60 im 1. Lauf den 27. Platz und stürmte im FInal zum Sieg vor den Österreichern Benjamin Raich und Mario Matt.

 

 

 
Foto: Agence Zoom