Vail – eine WM-Zeitreise durch 26 Jahre

Vail – eine WM-Zeitreise durch 26 Jahre

APA. Nach 1989 und 1999 ist Vail/Beaver Creek 2015 zum dritten Mal Schauplatz einer Ski-WM. Nicht nur für die Organisatoren ist der Blick zurück auch eine Reise durch 26 Jahre.

Eine Bronzekiste, die man 1989 in der Bibliothek von Vail abgestellt und 1999 glatt vergessen hatte, ist vergangenen Oktober geöffnet worden. Zum Vorschein kam ein VHS-Video und Tonbänder für einen Kassettenrekorder. Technik-Utensilien also, die heute belächelt werden, damals aber typisch für die noch analoge statt digitale Welt waren. Auch OK-Chefin Ceil Folz wurde beim Anblick der Utensilien nachdenklich. "Der Blick zurück auf die Welt von damals ist hochinteressant. Die Sowjetunion war noch intakt, Jugoslawien war ein Land und bis zur Vereinigung von West- und Ostdeutschland sollte es noch ein Jahr dauern." Und Paul Accola (Bild) gewinnt in der Kombination eine der zwei Broncemedaillen, die es für die Schweiz 1999 gibt.

Pressechef John Dakin von der durchführenden Vail Valley Foundation war schon vor 26 Jahren in dieser Funktion bei den zweiten Welt-Titelkämpfen in den USA seit Aspen 1950 mit an Bord. "Natürlich sind heute viel mehr Sportler und Nationen am Start. Den grössten Unterschied macht aber die Technik-Explosion aus", lautete der Vergleich von Dakin. "1989 und selbst 1999 noch war das Fax das gebräuchlichste Kommunikationsmittel. 1999 stand die digitale Fotografie und das Internet noch am Anfang. Unsere WM-Website von damals war eine der ersten in der Region."

Ganz zu schweigen von Facebook, Twitter und Ultra-HD-Fernsehen. "Wer damals ein aufklappbares Mobiltelefon hatte, ist sich ultracool vorgekommen", muss Dakin rückblickend schmunzeln. "Heute sind das kleine Computer und wir leben in einer Welt, die auf sofortiger Erfüllung von Bedürfnissen basiert. Es ist faszinierend, was alleine in den 16 Jahren seit 1999 auf diesem Sektor passiert ist.

Selbst das Wetter hat sich in dem Vierteljahrhundert seit der ersten Vail-WM drastisch geändert. 1989 mussten sich die Rennläufer bei Minus 25 Grad mit Gesichtsmasken vor Erfrierungen schützen. 2015 liegen die Tages-Temperaturen im 2.600 Meter hoch liegenden Beaver Creek seit Wochen über null Grad. Die WM-Veranstalter können dank moderner Technologie aber mit den Wetterkapriolen in den Rocky Mountains gut leben. "Hey, das ist Colorado. Wenn du das momentane Wetter nicht magst, warte fünf Minuten. Es wird sich ändern", zitierte Dakin einen geläufigen Spruch. Und gestand wenige Tage vor WM-Beginn: "Es ist in der Tat untypisch warm für diese Jahreszeit."

Wie gut, dass es im Dezember an die zwei Meter Neuschnee gegeben hat. Denn davon zehrt man bis jetzt. Vor dem offiziellen WM-Beginn am Montag soll es zwar leicht schneien, mit den Rennen kehrt aber wieder die Sonne zurück. "Wir arbeiten rund um die Uhr, es wird alles passen", versprach Dakin, der nach seiner dritten WM als Pressechef abtreten will.

Zuletzt fiel Dakin noch ein weiterer grosser Unterschied ein. "1989 hatten wir Tamara McKinney, 1999 war der sechste Platz von Chad Fleischer das beste US-Ergebnis. Diesmal aber haben wir das beste Team aller Zeiten am Start. Lindsey Vonn, Mikaela Shiffrin, Ted Ligety, sie alle können Gold gewinnen. Auch Steven Nyman und Tavis Ganong. Und was Bode Miller an einem guten Tag noch kann, weiss jeder." Und aus Schweizer Sicht gab es 1999 durch Paul Accola (Bild) in der Kombination und Steve Locher im Riesenslalom zwei Broncemedaillen, auch da hofft man 2015 auf einen Unterschied.
Foto: Keystone



06:56 01.02.2015 Kalender / Resultate Schweizer Athleten  

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